{"corpus":"steiner","locus":"GA 312/1920-04-01","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01","ga":"312","lecture":"1920-04-01","lecture_number":null,"title":"Spiritual Science and Medicine","date":"1920-04-01","location":null,"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"passage_count":20,"word_count":5572,"translation_credit":null,"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":20,"passage_count":20,"word_count":5572},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":21,"passage_count":21,"word_count":5089,"completeness":{"ratio":0.91,"band":"comparable","note":null}}],"passages":[{"locus":"GA 312/1920-04-01/p001","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p001","passage_number":1,"word_count":8,"text":"## GA 312 — 1 April 1920, Dornach"},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p002","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p002","passage_number":2,"word_count":3,"text":"### Zwölfter Vortrag"},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p003","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p003","passage_number":3,"word_count":373,"text":"Für denjenigen, dessen Aufgabe das Heilen ist, sollte eine Grundempfindung dadurch entstehen, daß er betrachtet den manchmal ganz merkwürdig einem entgegentretenden Zusammenhang äußerer, also außermenschlicher 'Tatbestände und innermenschlicher Tatbestände. Denn durch diese Betrachtung gehen ja ganz bedeutsame Intuitionen gerade für das Heilmittelwesen auf. Ich möchte, um ein naheliegendes Beispiel zu erwähnen, nur daran erinnern, wie zum Beispiel eine solche Substanz wie das RoncegnoWasser oder das Levico-Wasser geradezu — vergleichsweise geredet — durch einen guten Geist zubereitet ist, um so mancherlei Kräfte, die im menschlichen Organismus eine günstige Rolle spielen können, unter gewissen Umständen schon in der außermenschlichen Natur vorzubereiten. Wenn wir daran denken — und wir werden in den nächsten Tagen solche Sachen noch eingehend charakterisieren —, wie in diesem Wasser in einer ganz wunderbaren Weise die beiden Kräfte des Kupfers und des Eisens gegeneinander abkompensiert sind, und wie dann, um dieses Abkompensieren wiederum, ich möchte sagen, auf eine breitere Basis zu stellen, das Arsen dadrinnen ist, so sagt man sich: da ist etwas in der Außenwelt geradezu präpariert für gewisse Zustände des Menschen. Es kann durchaus vorkommen, daß solche Dinge bei diesen oder jenen Menschen auch außerordentlich stark ungünstig wirken. Aber gerade auch an den negativen Fällen wird sich die allgemeine Fruchtbarkeit des allgemeinen Prinzips zeigen. Man muß, wenn man über solche Dinge redet, insbesondere heute darauf aufmerksarm machen. Denn an der Betrachtung solcher Dinge wird sich eine Möglichkeit ergeben, gewissen Krankheitserscheinungen zu begegnen, die eigentlich in ihren Symptomen im Grunde erst heute auftreten. Vergessen wir nur ja nicht, wie von allen Seiten jetzt bei wirklich unbefangenen Beobachtern die Erkenntnis auftritt, daß ganz besondere Verhältnisse jetzt, man möchte sagen, über Teile der Erde ziehen und ganz besondere Formen des menschlichen Erkrankens hervorrufen. Und vergessen wir auch nicht, daß eine andere Erscheinung von großem Interesse in der Gegenwart sein muß, das ist diese, daß ja zweifellos selbst so etwas wie die gewöhnliche Grippe, wie sie heute auftritt, eine höchst eigentümliche Eigenschaft hat. Sie weckt nämlich eigentlich schlafende Krankheiten, Krankheiten, zu denen der Organismus inkliniert und die sonst durch die entgegenwirkenden Kräfte des Organismus in den Verborgenheiten bleiben, die also unter Umständen bis zum Tode sogar schlafen könnten, die werden in einer gewissen Weise dadurch aufgedeckt, daß der Mensch von der Grippe befallen wird."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p004","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p004","passage_number":4,"word_count":130,"text":"Das alles setzt sich zusammen zu einem Fragebündel, das ich in den nächsten Tagen den Vorträgen zugrunde legen will. Aber ich möchte Sie, um einen fruchtbaren Ausgangspunkt zu gewinnen, auf ein anderes merkwürdiges Stimmen hinweisen, das allerdings nur dem Geisteswissenschafter in seiner ganzen tiefen Bedeutung entgegentreten kann. Sie wissen ja, wie in einer gewissen losen Verbindung, die eigentlich, man möchte sagen, gar nicht ordentlich physisch oder chemisch zu definieren ist, in unserem Luftkreis der Sauerstoff und der Stickstoff aneinander gebunden sind. Nun sind wir ja eigentlich als Menschen, als Erdenmenschen ganz der Tätigkeit einverwoben, die vom Sauerstoff und vom Stickstoff ausgeht, und man kann daher schon von vorneherein vermuten, daß das eine Bedeutung hat, wie sich in unserer Atmosphäre der Sauerstoff zum Stickstoff eigentlich verhält, wie er sich prinzipiell verhält."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p005","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p005","passage_number":5,"word_count":284,"text":"Nun ist da das Bedeutsame, daß uns die Geisteswissenschaft zeigt, daß mit jeder Veränderung in der Luftzusammensetzung, die danach hintendiert, das normale Verhältnis von Sauerstoff zum Stickstoff nach der einen oder anderen Seite zu ändern, auch Störungen im Schlafprozeß des Menschen verknüpft sind. Das führt dazu, nun überhaupt das Verhältnis, das dahintersteckt, genauer zu untersuchen. Sie wissen ja, daß wir in der Geisteswissenschaft genötigt sind zu sagen: der Mensch besteht aus diesen vier Gliedern, aus dem physischen Leib, dem Ätherleib, dem Astralleib und dem Ich. Sie wissen, daß wir ferner gezwungen sind, aus den Tatsachen heraus zu sagen, daß Ich und astralischer Leib beim Einschlafen herausgehen in einer gewissen Beziehung, wenn das Herausgehen auch mehr dynamisch zu verstehen ist, und mit dem Aufwachen wiederum hineinziehen. So daß Sie sich sagen müssen: im Schlafzustande bleibt der astralische Leib an das Ich gebunden, der Ätherleib an den physischen Leib, und wir haben daher auch während des wachen Zustandes hinzuschauen auf ein loseres Verhältnis zwischen dem astralischen Leib und dem Ich einerseits und dem Ätherleib und dem physischen Leib andererseits, als zwischen dem Ich und dem astralischen Leib und zwischen dem Ätherleib und dem physischen Leib. Das Verhältnis ist loser. Dieses losere Verhältnis zwischen den zwei Gliedern, dem oberen Gliede des Menschen, Ich und astralischem Leib, und dem unteren Gliede, Ätherleib und physischem Leib, dieses Verhältnis im Inneren des Menschen ist ein getreues Spiegelbild des losen Verhältnisses von Sauerstoff und Stickstoff in der äußeren Luft. Beide entsprechen sich in einer ganz merkwürdig wunderbaren Weise. Die äußere Luftzusammensetzung ist ganz so eingerichtet, daß sie zu gleicher Zeit eine Verhältniszahl abgibt für das Verbundensein von astralischem Leib und Ätherleib beziehungsweise des mit ihnen verbundenen physischen Leibes und des Ich."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p006","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p006","passage_number":6,"word_count":386,"text":"Das wird auch natürlich darauf aufmerksam machen, wie wir uns gegenüber der Luftzusammensetzung zu verhalten haben, wie wir achten müssen darauf, ob wir imstande sind, den Menschen die richtige Luftzusammensetzung zuzuführen, oder ob sie einer solchen entbehren. Nun aber können Sie, ich möchte sagen, noch mehr ins Physiologische hineingehen und können diese Entsprechung wahrnehmen. Gehen Sie dann alle Stoffe durch, die heute bekannt sind und die etwas zu tun haben im menschlichen Organismus, so werden Sie finden, daß alle diese Stoffe, die mit dem menschlichen Organismus und seinen Prozessen etwas zu tun haben, im menschlichen Organismus selber an andere Stoffe gebunden sind. Es sind in der Regel Verbindungen und Lösungen. Für sich frei kommen im menschlichen Organismus nur vor der Sauerstoff und der Stickstoff. So daß also dasjenige, was außen die Luft zusammensetzt, wiederum eine ganz besondere Rolle im menschlichen Organismus selber spielt. Es ist so, daß Sauerstoff und Stickstoff in ihrer Wechselwirkung gewissermaßen durchaus in dem Mittelpunkt des Stofflichen stehen für den menschlichen Organismus. Sauerstoff und Stickstoff haben mit den Funktionen des menschlichen Organismus zu tun, und sie haben zu tun als die einzigen Stoffe, die im freien Zustande wirken, die nicht ihre Wirkungsweise sich modifizieren lassen durch anderes, das an sie gebunden ist in der Sphäre, in der sie da im menschlichen Organismus sind. Sie sehen daraus, daß es nicht nur eine Bedeutung hat, was wir von der außermenschlichen Wesenheit in den menschlichen Organismus hinein verfolgen können, sondern daß wir schon auch das Wie verfolgen müssen: ob die Wirksamkeit frei bleibt oder ob die Wirksamkeit gebunden an anderes ist. Denn das Eigentümliche ist, daß im menschlichen Organismus die Stoffe zueinander ganz besondere Affinität bekommen und daß sie ganz besondere Verwandtschaften bekommen. Wenn wir also einen Stoff einführen, ein anderer schon drinnen ist im menschlichen Organismus, so kann dann diese Affinität, diese Verwandtschaft hervortreten. Wenn Sie diesen Gedanken weiter verfolgen, so führt er Sie zu einer ganz bestimmten Intuition, auf die die Geisteswissenschaft hinweisen muß. Sie wissen, daß dem pflanzlichen, dem tierischen und dem menschlichen Organismus die Proteinstoffe, Eiweißstoffe, zugrunde liegen. Sie wissen, daß im Sinne der gegenwärtigen Chemie die hauptsächlichsten Bestandteile des Eiweißes die vier wichtigsten Stoffe in der Natur sind: Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff, und daß dazu kommt Sulfur oder Schwefel als, ich möchte sagen, durchhomöopathisierend dasjenige, was die anderen vier Stoffe tun."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p007","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p007","passage_number":7,"word_count":295,"text":"Nun ist es notwendig, daß man sich eine Vorstellung macht, wie denn eigentlich die Funktion, die Innenfunktion des Eiweißes, der Proteinstoffe, zustande kommt. Da ist eigentlich unsere gegenwärtige chemische Wissenschaft ganz selbstverständlich nach ihren Voraussetzungen darauf eingestellt, zu sagen: Nun ja, solch eine Substanz hat eben diejenige Konfiguration, welche ihr durch ihre inneren Kräfte auferlegt ist. — Dann ist die notwendige Folge davon, daß man Dinge identifiziert, die in Wirklichkeit nicht identisch sind, auch nicht in dem Grade identisch sind, wie man sich das eben vorstellt. Wenn man auch einen gewissen Unterschied statuiert, die Identität gilt doch gar nicht. Es ist nämlich eigentlich nur eine Konsequenz dieser atomistischen Denkweise über die Struktur des Eiweißes, daß man sich das Pflanzeneiweiß und das Tiereiweiß eigentlich so ziemlich als etwas Ähnliches, als etwas bis zu einem gewissen Grade wenigstens chemisch Identisches vorstellt. Nun ist das aber ganz und gar nicht der Fall, sondern es liegt für eine genauere Beobachtung des menschlichen Organismus die Tatsache vor, daß Pflanzeneiweiß tierisches Eiweiß und insbesondere menschliches Eiweiß neutralisiert, daß sich diese polarisch zueinander verhalten, daß das eine die Wirkungen des anderen intim auslöscht. Das ist das Eigentümliche, daß das vorliegt, daß man tatsächlich sich zugeben muß: tierisches Eiweiß ist so in seinen Funktionen, daß diese Funktionen beeinträchtigt werden, aufgehoben, teilweise oder ganz aufgehoben werden durch die Funktionen des pflanzlichen Eiweißes. Und das führt dazu, zu fragen: Ja, welches ist denn eigentlich der Unterschied zwischen dem, was als solche Substanz im tierischen oder namentlich im menschlichen Organismus vorkommt, und dem, was im pflanzlichen Organismus vorkommt? — Sehen Sie, ich war genötigt, in diesen Tagen öfter davon zu sprechen, daß eine wichtige Rolle gegenüber, ich möchte sagen, allem Meteorologischen, Außerirdischen, die vier Organsysteme spielen: Harnblase, Nierensystem, Lebersystem, Lungensystem, und dazu kommt dann das Herzsystem."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p008","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p008","passage_number":8,"word_count":179,"text":"Diese vier Organsysteme spielen eine wesentliche Rolle in der Beziehung des Menschen zum Äußerlichen, Meteorologischen. Nun, was bedeuten denn, intimer genommen, diese vier Organsysteme eigentlich? Diese vier Organsysteme bedeuten nämlich nichts anderes, als daß sie die Schöpfer der Struktur des menschlichen Eiweißes sind. Diese vier Organsysteme sind es, die wir studieren müssen. Nicht die molekularisch atomistischen Kräfte des Eiweißes müssen wir studieren, sondern wenn wir uns fragen wollen: Warum ist das Eiweiß so, wie es ist? — dann müssen wir die innere Konstruktion des Eiweißes als eine Resultierende desjenigen auffassen, was von diesen vier Organsystemen ausgeht. Es ist das Eiweiß geradezu ein Ergebnis des Zusammenwirkens dieser vier Organsysteme. Damit ist auch etwas ausgesprochen über die Verinnerlichung äußerer Wirkungen beim Menschen. Wir haben in die Organsysteme hinein das zu verlegen, was die heutige Chemie sucht in der Struktur der Substanzen selber. Es ist menschliches Eiweiß deshalb in unserer irdischen Sphäre gar nicht zu denken in seiner Struktur. Es kann nicht bleiben in seiner Struktur, wenn es nicht unter dem Einfluß dieser vier Organsysteme ist. Es muß diese Struktur unbedingt ändern."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p009","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p009","passage_number":9,"word_count":284,"text":"Anders ist das beim pflanzlichen Eiweiß. Das pflanzliche Eiweiß steht nicht unter dem Einfluß von solchen vier Organsystemen, wenigstens scheinbar nicht; aber es steht unter einem anderen Einflusse. Es steht unter dem Einfluß von Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff und unter dem Einfluß desjenigen, was immer auch in der gesamten äußeren meteorologischen Natur vorhanden ist, unter dem Einfluß des die Funktionen dieser vier vermittelnden Schwefels, Sulfurs. Und beim pflanzlichen Eiweiß wirken die sich in der Atmosphäre zerstreuenden vier Stoffe dasselbe, was im Menschen Herz, Lunge, Leber und so weiter wirken. Es ist in der äußeren menschlichen Natur an Bildekräften in diesen vier Stoffen vorhanden, was in der innermenschlichen Natur individualisiert in den vier Organsystemen enthalten ist. Das ist wichtig, daran zu denken, daß wenn wir den Namen Sauerstoff, Wasserstoff aussprechen, wir nicht bloß an dasjenige als innere Kräfte denken sollen in diesen sogenannten Stoffen, wovon die heutige Chemie spricht, sondern daß wir uns diese Stoffe mit Gestaltungskräften, mit Wirkungskräften denken müssen, die auch ein Verhältnis zueinander immer haben, indem diese Stoffe in ihren Wirkungen zu dem Inventar des Irdischen mit beitragen. Wir müssen, wenn wir ins Einzelne eingehen und identifizieren würden mit inneren Organen dasjenige, was der Sauerstoff, wenn er sich außen aufhält, wirkt, es innerlich identifizieren mit dem Nieren-Harn-system. Dasjenige, was der Kohlenstoff, wenn er außen seine Bildekräfte entfaltet, wirkt, das müssen wir innerlich identifizieren mit dem Lungensystem, aber jetzt nicht das Lungensystem als Atmungssystem aufgefaßt, sondern die Lunge, insoferne sie ihre Eigenbildungskräfte hat. Wir müssen identifizieren den Stickstoff mit dem Lebersystem, den Wasserstoff mit dem Herzsystem (siehe Zeichnung Seite 234). Der Wasserstoff draußen ist in der Tat das Herz der äußeren Welt, der Stickstoff ist die Leber der äußeren Welt und so weiter."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p010","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p010","passage_number":10,"word_count":1,"text":"![312-22](images/312-22.webp)"},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p011","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p011","passage_number":11,"word_count":443,"text":"Es wäre zu wünschen, daß die Menschheit in der Gegenwart sich nicht bloß heranbändigen ließe zur Anerkennung dieser Dinge, sondern daß sie von sich aus diese Dinge sich erarbeitete. Denn sehen Sie, wenn Sie ins Auge fassen, daß das Herzsystem mit den Bildekräften des Wasserstoffes verwandt ist, so werden Sie ohne weiteres auch die Wichtigkeit zugeben, welche das Wasserstoffleben als solches für das ganze Obere des Menschen hat. Denn es wird gewissermaßen mit der Entwickelung des Wasserstoffes nach dem oberen Menschen hin dasjenige, was unten mehr tierisch ist, umgewandelt in das eigentlich Menschliche, in dasjenige, was nach den Vorstellungen und so weiter hingeht. Aber da habe ich Ihnen ja sagen müssen, daß man da zu einem Einfluß kommt, der außertellurisch ist und den wir identifizieren mußten mit dem Blei. Sie erinnern sich, wie wir Blei, Zinn und Eisen als Kräfte bezeichneten, die mit dem oberen Menschen zu tun haben. Die Neigung ist heute noch keine sehr große, so etwas anzuerkennen. Es wird die Neigung noch keine sehr große sein, vom Menschen nach außen zu gehen und in der Bleiwirkung etwas Besonderes zu sehen, was wiederum zusammenhängt mit dem, daß der Mensch durch das Herz sich seinen Wasserstoff bereiten läßt, der dann der Träger ist für die Zubereitung des Denkapparates. Aber das unbewußte Forttreiben der menschlichen Entwickelung bändigt — ich meine jetzt nicht durch irgendeine Agitation, aber das unbewußte Forttreiben der menschlichen Entwickelung bändigt — die Menschheit zur Anerkennung dieser Tatsache heran. Denn daß das Blei irgendwie in der außermenschlichen Natur eine Rolle spielt, wenn wir es auch nur seinen Funktionen nach betrachten, das kann ja der heutige Mensch nicht mehr ableugnen, da er unter den Umwandelungsprodukten des Radiums, die die Wissenschaft festgestellt hat, neben der Abspaltung des Heliums das Blei nun wirklich gefunden hat. Geradeso, wie da das Blei gefunden worden ist, wenn es auch heute noch nicht ganz genau nach seinem sogenannten Atomgewicht stimmt, aber es wird ja schon als Blei angesprochen, so wird das Zinn gefunden werden, so wird von dem, was außermenschlich ist, aber zugleich von der außermenschlichen Natur als Einziges in die menschliche Natur eingreift, das Eisen gefunden werden. Ich meine, es ist notwendig, daß man sich heute nicht nur durch solche Dinge heranbändigen läßt, wie die Röntgenwissenschaft ist, die ja einen wunderbaren Fingerzeig eigentlich abgibt für dieses Herausgehen ins Außermenschliche und das Kommen nicht bloß zu den grobklotzigen Metallen, die uns in der Erde gegeben sind, sondern zu den Metallkräften, die von dem Außertellurischen hereinwirken. Das ist etwas, was heute schon gesagt werden muß. Denn man wird gerade beim Auftreten, ich möchte sagen, der heutigen neuartigen Krankheiten bemerken, daß man auf solche Dinge durchaus Rücksicht zu nehmen hat."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p012","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p012","passage_number":12,"word_count":181,"text":"Was uns also zunächst jetzt besonders interessieren muß, ist, daß dasjenige, was außen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff ist, in seiner Wechselwirkung, die vermittelt wird durch den Schwefel, individualisiert für den Menschen innerlich die vier Organsysteme übernehmen. Nun, wenn Sie solch eine Sache richtig betrachten, so werden Sie eigentlich ja schon wahrnehmen, wie tief man in den eigentlichen Menschen hineinsehen kann, wenn man ihn in einer solchen Weise betrachtet. Denn dann wird es einem nicht mehr, ich möchte sagen, wunderbar erscheinen, wenn dasjenige, was im Menschen unwillkürlich ist, was zunächst nicht seinen geistigen Funktionen unmittelbar unterworfen erscheint, in Zusammenhang gebracht wird mit der ganzen außermenschlichen Natur. Denn es ist ja wiederum das Folgende wahr: Es ist der Mensch so konstruiert, daß er gewissermaßen ein Nierensystem hat. Aber jedes solche System hat die Tendenz, der ganze Mensch zu werden. Eigentlich strebt immer jedes einzelne dieser vier Systeme danach, der ganze Mensch zu werden. Ich möchte sagen: die Niere will ganzer Mensch werden mit ihren Funktionen, das Herz will ganzer Mensch werden, das Lebersystem will ganzer Mensch werden, das Lungensystem will ganzer Mensch werden."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p013","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p013","passage_number":13,"word_count":756,"text":"Nun ist es von Bedeutung, um sich von solchen Dingen, die da in Betracht kommen, zu überzeugen, daß man einmal sein Augenmerk, besser gesagt, sein Empfindungsmerk dafür verwendet, wie man selber an sich gewisse Wirkungen von Außermenschlichem im Menschen beobachten kann. Es läßt sich kaum vermeiden, hier scharf auf die Grenze des Naturwissenschaftlichen und Geisteswissenschaftlichen hinzuweisen. Denn sehen Sie, Sie kommen in der Tat, wenn Sie mit Ihrem medizinisch-meditativen Leben vorrücken, wenn Sie immer mehr und mehr verstehen, sich mit dem meditativen Leben in Einklang zu versetzen, so daß Sie sich fühlen als meditierender Mensch, Sie kommen immer mehr dazu, eine konkrete, reale Selbsterkenntnis zu bekommen. Diese konkrete, reale Selbsterkenntnis, die ist wahrhaftig nicht zu verachten, wenn es sich um positive Aufgaben, wie zum Beispiel um das Heilen im Leben handelt. Da merken Sie, daß Ihnen Dinge im eigenen Organismus bewußt werden, die vorher ganz und gar unbewußt waren, wenn Sie im Meditieren weiterkommen. Sie müssen sich nur Rechenschaft ablegen von dem, was da ins Bewußtsein heraufsteigt, so wird Ihnen bewußt etwas, wovon man jetzt noch schwer reden kann in äußeren öffentlichen Vorträgen oder auch in Laienvorträgen, weil dann eine ganz bestimmte Tendenz entsteht. Würde man von solchen Dingen, wie eines elementar ist, auf das ich jetzt aufmerksam machen will, reden und würden diese Dinge heute schon bei der gegenwärtigen moralischen Verfassung der Menschheit einem größeren Kreise mitgeteilt, dann käme sogleich die Frage: Ja, warum nützt man das nicht aus? — Es käme die Frage: Ja, da soll ich meditieren? — ich kann ja das leichter erreichen, wenn ich diesen oder jenen Stoff mir einfach zuführe. — Es ist bequemer, das oder jenes einzunehmen, statt zu meditieren. Es richtet sich der Mensch dadurch in einer gewissen Weise gerade moralisch zugrunde. Aber die Leute würden doch heute mit der gegenwärtigen moralischen Menschenverfassung nicht nachgeben — Sie werden gleich sehen, was ich eigentlich meine — und würden, statt zu meditieren, lieber irgendein äußeres Mittel einnehmen wollen, das ihnen zunächst auf den ersten Schritten des Weges zu einem ähnlichen Resultate verhelfen würde wie das Meditieren. Es ist tatsächlich so, daß so etwas sein kann. Denn sehen Sie, Sie merken nämlich, wenn Sie eine Zeitlang Ihr Meditieren wirklich fortführen und Neigung haben, sich über solche Dinge Rechenschaft abzugeben, daß Sie geradeso, wie Sie sonst bewußt wissen, Sie haben Hände, mit denen Sie greifen, Füße, mit denen Sie gehen, so zum Bewußtsein der strahlenden Eisenwirkung kommen. Es ist tatsächlich so, daß das Bewußtsein der Eisenwirkung als etwas auftritt, dessen man sich klar wird, wie man sich sonst eben klar wird, daß man Arme und Beine hat oder einen Kopf hat zum Drehen und so weiter. Das Bewußtsein, sich als eisernes Phantom zu fühlen, das ist dasjenige, was auftritt. Das, was ich meine, ist das, daß nun natürlich die Leute kommen und sagen würden: Na ja, man kann also äußerlich durch irgend etwas, was man einnimmt, die Eisenempfindlichkeit, die Sensitivität für das eigene in sich befindliche Eisen erhöhen, dann hat man dieselbe Wirkung. Das ist nämlich für gewisse Schritte durchaus richtig. Aber dann wäre das Gefährliche, die Leute würden anfangen, einfach in dieser Weise zu experimentieren, um auf eine leichte Art zum «Hellsehen», wie man sagt, zu kommen. Diese Dinge sind ja vielfach gemacht worden. Wenn sie gemacht werden, ich möchte sagen, als Opfer für die Menschheit, dann ist das was anderes; aber wenn sie gemacht werden aus Neugier, dann zerstören sie die moralische Verfassung der menschlichen Seele von Grund aus. Ein Mann, der viel nach dieser Richtung hin mit sich selbst experimentiert hat und dadurch eigentlich gerade auf diesem Wege sehr viel gefunden hat von dem, was Sie heute in seinen Schriften finden können, war van Helmont. \\Während bei Paracelsus die Sache vielmehr so lag, daß man das Gefühl hat: seine Erkenntnisse steigen ihm wie atavistisch von innen auf, er trägt sie schon von einer überirdischen Welt in die Welt herein, ist es bei Helmont immer so, daß er merkwürdige Einsichten bekommt, indem er sich selber das oder jenes zuführt. Man sieht das aus der Art und Weise, wie er darstellt, und er deutet es ja an einzelnen Stellen, wie ich glaube, ganz deutlich an. Es ist das Nächstliegende, das erreicht werden kann, die innere Sensitivität für die strahlende Eisenwirkung, für jene eigentümliche Wirkung, die bezeugt, daß von dem oberen Menschen eine strahlende Wirkung ausgeht, die sich nach allen Gliedern verzweigt. Man hat deutlich eben die Anschauung — ich sage ausdrücklich die Anschauung -, daß man da mit dem Eisen, das heißt mit seiner Funktion, mit seinen Kräften in sich wirtschaftet."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p014","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p014","passage_number":14,"word_count":1,"text":"![312-23](images/312-23.webp)"},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p015","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p015","passage_number":15,"word_count":303,"text":"Nun aber, wenn ich schematisch diese Eisenstrahlung darstellen möchte, so muß ich von ihr zu gleicher Zeit erwähnen, daß sie als Eisenstrahlung nicht dazu veranlagt ist, über den menschlichen Organismus hinaus zu wirken. Man hat immer das Gefühl: das, was da ausstrahlt, das lokalisiert sich im menschlichen Organismus, das bleibt darinnen. Es ist etwas überall Entgegenwirkendes (siehe Zeichnung Seite 239), das zur Stauung dieser eisenstrahlenden Kräfte Veranlassung gibt. Man möchte sagen, es ist so, wie wenn das Eisen positiv ausstrahlte nach der Peripherie hin und ihm negativ entgegengestrahlt würde, aber von etwas, das sich ihm wie in Kugelwellen entgegenwirft. Das sind eben die beiden Wahrnehmungen, das Ausstrahlende und das, daß man wiederum gehemmt ist, daß man mit den Strahlungen des Eisens anstößt, man kann nicht durch und kann vor allen Dingen nicht über die Körperoberfläche hinaus. Man merkt nach und nach, daß das Gegenstrahlende eben die Kraft des Eiweißes ist, so daß man durch das Eisen in den Organismus einen Funktionszusammenhang eingeführt hat, dem entgegenwirkt all das, was von den vier Organsystemen ausgeht, die ich vorhin angeführt habe. Sie stemmen sich entgegen. Dieser Kampf ist im Organismus fortwährend vorhanden. Der ist gewissermaßen das erste, was durch innere Anschauung wahrgenommen werden kann. Es ist tatsächlich so, daß, wenn man zu einem Studium der menschlichen Geistesgeschichte vorrückt, man deutlich merkt, wie die Hippokratische und selbst noch die Galenische Medizin mit Resten arbeiten aus solchen inneren Beobachtungen. Galen hat nicht mehr viel selber wahrnehmen können, aber es waren noch alle möglichen Traditionen da von einer älteren Zeit, die er eigentlich notiert hat. Wer ihn richtig lesen kann, kann wohl gerade noch von der alten atavistischen Medizin, die ja schon anfängt mit Hippokrates unterzugehen, noch viel durchleuchten finden bei Galen, daher auch so viele wichtige Ansichten über die Naturheilungsprozesse gerade in den Galenischen Schriften zu finden sind."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p016","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p016","passage_number":16,"word_count":300,"text":"Nun ist es aber so, daß man ja, wenn man solche Dinge verfolgt, dann überhaupt zu dem Studium dieser zwei Polaritäten im ganzen Menschenorganismus kommt, dieser Strahlungen und des sich ihm Entgegenstauenden, des die Strahlungen Aufhaltenden. Das ist wichtig, daß man diese Dinge ins Auge faßt, weil alles dasjenige, was in der Weise, wie ich es geschildert habe, hintendiert, Eiweiß zu bilden, immer mit den Stauwirkungen zu tun hat, und alles dasjenige, was metallisch in den menschlichen Organismus eingeführt wird, hat es zu tun mit den Strahlungswirkungen. Allerdings gibt es davon bedeutungsvolle Ausnahmen, aber die sind gerade außerordentlich charakteristisch, und gerade an solchen außerordentlich charakteristischen Ausnahmen kann man wiederum tief hineinschauen in dieses ganze merkwürdige Zusammenwirken von Kräften im menschlichen Organismus, die aus allen möglichen Winkeln des Weltendaseins heraus sich geltend machen. Dazu ist natürlich notwendig, ein wenig zu verfolgen dasjenige, was ich hier schon angedeutet habe und was Sie in Einzelheiten dann weiter ja ausgestaltet denken können. Ich brauche zum Beispiel nur zu erwähnen, daß der Kohlenstoff in Pflanzen — wir sehen das bei Carbo vegetabilis, mit dem wir uns gestern beschäftigt haben — etwas entbehrt, was der tierische Kohlenstoff in der Regel hat, eigentlich immer hat, einen gewissen Gehalt an Stickstoff. Das bedingt das ganz verschiedene Verhalten auch gegenüber der Verbrennung des tierischen Kohlenstoffs und des pflanzlichen Kohlenstoffs. Das wiederum bewirkt die Neigung des tierischen Kohlenstoffes, bei der Produktion solcher Substanzen etwas zu tun zu haben, wie es zum Beispiel die Galle oder der Schleim oder sogar das Fett ist. Dieses, was wir da sehen an Unterschied zwischen der tierischen und der pflanzlichen Kohle, das führt uns schon dahin, den Blick zu wenden auf die Art, wie das Metallische überhaupt verschieden von dem Nichtmetallischen in dem menschlichen Organismus wirkt. Ich sage: Strahlendes und die Strahlen Aufhaltendes, sich Stauendes."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p017","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p017","passage_number":17,"word_count":571,"text":"Nun kommt man auf sehr wichtige Dinge, wenn man gerade diese polarische Wechselwirkung ins Auge faßt. Sehen Sie, wir haben ja öfter betonen müssen im Verlaufe der Darlegung der Geisteswissenschaft, wie der Mensch Lebensperioden hat. Die Lebensperiode der Kindheit bis zum Zahnwechsel hin, die Lebensperiode, die dann bis zur Geschlechtsreife hin geht, und dann die dritte Lebensperiode, die bis zum Anfang der Zwanzigerjahre dauert. Diese Lebensperioden sind in der Tat mit intimen Vorgängen im menschlichen Organismus verbunden, und man kann sagen: die erste Lebensperiode, die mit dem Zahnwechsel ihren Abschluß findet, ist wirklich das, was ich öfter charakterisiert habe, es ist ein Sich-Beschränken, ein gewissermaßen Sich-Konzentrieren der ganzen menschlichen Organtätigkeit auf das Abscheiden des festen Gerüstes, auf das Einfügen des festen Gerüstes. Den Schlußpunkt erreicht das, indem dieses feste Gerüste nach außen eben die Zähne schickt. Nun liegt es ja auf der Hand, daß dieses Schießen ins Festsein in dem ja noch zum großen Teile flüssigen Menschen, daß dieses Schießen ins Feste zu tun haben müsse mit der ganzen Bildung der menschlichen Gestalt und namentlich insbesondere mit der Bildung der menschlichen Gestalt nach der Peripherie hin. Und da ist es sehr bemerkenswert, daß wir einen innigen Anteil an all dem, was da zustande kommt, zwei Substanzen zuschreiben müssen, die eigentlich sonst viel zuwenig im menschlichen Organismus beachtet werden, das ist das Fluor und das Magnesium. Fluor und Magnesium spielen in ihrer, ich möchte sagen, Verdünnung, in der sie im menschlichen Organismus vorkommen, gerade in diesem kindlichen Prozeß bis zum Zahnwechsel hin eine ganz hervorragende Rolle. Das, was da geschieht an diesem Eingliedern der Verfestigung in den menschlichen Organismus, das ist ein fortwährendes Wechselwirken der Magnesiumkräfte und der Fluorkräfte, wobei die Kräfte des Fluors die Rolle übernehmen, im Menschen wie ein plastischer Künstler zu wirken, abzurunden, das Strahlende aufzuhalten, die Magnesiumkräfte aber strahlend wirken, die Faserbündel und dergleichen organisieren, damit sich dann die Kalksubstanz dahinein organisieren kann. Und Sie behaupten eigentlich nichts Unsinniges, sondern etwas, was gerade ungeheuer zusammentrifft mit dem, was in der Natur vorgeht, wenn Sie sagen: Ein Zahn entsteht einfach dadurch, daß ihn in bezug auf seinen Umfang, seinen Zement und Schmelz der Plastiker Fluor bildet und daß hineingießt dasjenige, was da plastiziert werden soll, das Magnesium. — Daher ist es von so großer Bedeutung, ich möchte sagen, gewissermaßen den Waagebalken richtig zu stellen für das erste Kindesalter zwischen der Zufuhr von Magnesium und der Zufuhr von Fluor, und Sie werden es immer erleben, daß die Zähne früh schadhaft werden müssen, wenn dieser Waagebalken nicht ordentlich gestellt ist. Es ist notwendig, daß man gleich beim ersten Zahn anfängt, die Zahnbildung des Kindes zu beobachten, ob es den Schmelz weniger entwickelt oder ob es einen nach der Kleinheit hingehenden Zahnwuchs hat — wir werden darüber noch ausführlicher zu sprechen haben, aber ich möchte jetzt in Kreisen die Sache näher andeuten —, und daß man dann dafür sorgt, daß durch die entsprechende Diät entweder dem einen oder dem anderen Übel abgeholfen werde durch die Zufuhr von Fluor oder durch die Zufuhr von Magnesium in den entsprechenden Verbindungen. Das läßt uns geradezu in den Bildungsprozeß des Menschen hineinsehen. Wir finden diese Wechselwirkung zwischen Magnesium und Fluor, also zwischen etwas, was stark außermenschlich ist seiner Substanzkonstitution nach in den ersten Lebensjahren, weil in diesen ersten Lebensjahren wirklich der Mensch stark nur ein Glied der Außenwelt ist. Da ist das Fluor von der Außenwelt entnommen, vom Außermenschlichen, das der strahlenden Wirkung des Metalls entgegenstrebt."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p018","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p018","passage_number":18,"word_count":158,"text":"Nehmen Sie die dritte Lebensepoche des Menschen, so kommt für diese in ähnlicher Weise sehr stark in Betracht die richtige Einstellung des Waagebalkens zwischen dem Eisen und dem Eiweiß selbst, der ganzen Eiweißbildung. Wenn der Waagebalken nicht richtig eingestellt ist und nicht starke Gegenbildungen auftreten gegen das, was der unrichtig eingestellte Waagebalken, nämlich die unrichtig eingestellte Wechselwirkung zwischen Eiweiß und Eisen, macht, dann kommen alle die Erscheinungen, die äußerlich in Bleichsucht zum Ausdruck kommen. Es ist schon einmal notwendig, daß man nicht bloß grob den Menschen anschaut in seiner Entwickelung, daß er das eine oder das andere darbietet — zerstörte Zähne später, die sich schon durchaus vorbereiten im jugendlichen Alter, was im späteren Alter eben zum Zahnverderb hinführt, oder daß man auch in der Bleichsucht nur auf dasjenige, was man heute chemisch anspricht, schaut —, sondern man muß in das ganze Geheimnis der menschlichen Organisation hineindringen, wenn man etwas von dem verstehen will, was beim kranken Menschen auftritt."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p019","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p019","passage_number":19,"word_count":396,"text":"Nun wissen Sie ja ungefähr, welche Metalle am Aufbau, also am inneren Aufbau des menschlichen Organismus beteiligt sind. Nicht beteiligt sind diejenigen Metalle, die ich Ihnen gerade für eine gewisse Beziehung als die wichtigsten bezeichnet habe, Blei, Zinn, Kupfer, Merkur, Silber und Gold — mit Ausnahme des Eisens. Die sind, mit Ausnahme des Eisens, wie gesagt, nicht direkt an dem ganzen Funktionieren des menschlichen Organismus beteiligt, aber sie sind deshalb nicht weniger am Menschen beteiligt. Wenn wir denjenigen Stoff verfolgen, der sich an der Bildung des gewissermaßen am meisten nach der Peripherie des menschlichen Organismus hin gelegenen beteiligt, so kommen wir zum Silicium hin. Ich habe davon schon gesprochen. Aber das, was im Menschen vorgeht, liegt gewissermaßen nicht nur innerhalb der Haut, sondern da muß gesagt werden, daß der Mensch eingesponnen ist in universelle Prozesse. Und wie innerhalb des menschlichen Organismus diejenigen Stoffe von Bedeutung sind, die Sie ja kennen, so sind außerhalb des menschlichen Organismus, aber wirksam für den Menschen, gerade diejenigen Metalle von Bedeutung, die ich hier aufgezählt habe. Nur dem Eisen ist eben die Vermittlerrolle aufgetragen. Das Eisen ist dasjenige, was gewissermaßen die Vermittlerrolle übernimmt zwischen dem, was vom Menschen innerhalb seiner Haut liegt, und von dem, was außerhalb seiner Haut liegt. Dadurch können wir sagen: Das ganze System, das im Lungenmenschen auftritt, der ja wieder strebt, ein ganzer Mensch zu werden, ist etwas, was stark im Zusammenhang steht mit dem ganzen Verhältnis des Menschen zum universellen Naturleben. Man muß sich klar sein darüber, daß man eigentlich nur einen Teil des Menschen in Betracht zieht, wenn man dasjenige ins Auge faßt, was man eben vors Auge bekommt, wenn man den Menschen bloß anatomisiert. Denn das ist eben nicht der ganze Mensch, das ist dasjenige vom Menschen, was jenem zum Menschen gehörigen Außermenschlichen entgegenwirkt, das nun wiederum in den Wirkungen von Blei, Zinn, Kupfer und so weiter besteht, in den Wirkungen, die außerhalb der menschlichen Wesenheit selbst enthalten sind. So daß wir niemals dürfen, auch wenn wir nur die menschliche Organisation im naturwissenschaftlichen Sinne betrachten, den Menschen bei seiner Haut abgrenzen. Es kommen daher, wie man daraus ersehen kann, beim Menschen nicht bloß in Betracht die Wirkungen, die gewissermaßen von innen nach außen treiben, sondern es kommen beim Menschen in Betracht diejenigen Wirkungen, die überhaupt seinen organischen Prozessen irgendeine Richtung geben. Daß dies in Betracht kommt, können Sie ja aus folgendem sehr bedeutsam entnehmen."},{"locus":"GA 312/1920-04-01/p020","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p020","passage_number":20,"word_count":520,"text":"Sie wissen, daß gewisse Substanzen im menschlichen Organismus einfach dadurch wirken, daß sie auftreten entweder indem sie an Basen gebunden sind oder indem sie an Säuren gebunden sind oder neutral, wie man sagt in der Wissenschaft, auftreten in Salzen. Aber dieses Verhalten von Basen zu Säuren als entgegengesetzter polarischer Kräftesysteme, die dann zu einer Art von Neutralität gehen in Salzen, das erschöpft die Sache nicht, sondern hier muß in Betracht kommen, wie sich dieses Dreifache, Säuren, Basen, Salze, überhaupt im Menschen zu der ganzen Richtung seiner Organkräfte verhält. Da wird man finden, daß alles Basische eine Tendenz hat, zu unterstützen jene Wirkungen des Menschen, welche beginnen, sagen wir, im Munde und in der Verdauung sich fortsetzen, von vorn nach rückwärts; ebenso haben alle anderen Prozesse damit zu tun, welche von vorn nach rückwärts verlaufen. Basen haben mit dieser Richtung von vorn nach rückwärts etwas zu tun, Säuren mit der umgekehrten. Nur dann, wenn man den Gegensatz des Vorne-Menschen und des rückwärtigen Menschen ins Auge faßt, kommt man eigentlich auf den Gegensatz zwischen dem Basischen und dem Säurehaften. Dazu verhält sich das Salzhafte als zur Erde sich hin richtend, senkrecht stehend auf den beiden. Alle diejenigen Wirkungen, die von oben nach unten verlaufen, sind dasjenige, in das sich das Salzige hineinwirft. So daß man diese drei Richtungen durchaus berücksichtigen muß, wenn man nachdenken will: Wie stellt sich nun der Mensch in das Basische, in das Säurehafte und in das Salzige hinein? — Da haben Sie wieder ein solches Beispiel, wie Sie durch die Beobachtung des Menschen eine Brücke schlagen zwischen der rein äußerlichen metallischen Chemie und dem Physiologischen, denn da haben Sie die Richtkräfte. Da haben Sie auch die ganze Verwandtschaft des Salzigen mit der Erde gegeben, und da haben Sie das Ganze gegeben, was das Basische und das Säurehafte hat, das man etwa so schematisch zeichnen könnte: wenn hier Erde ist, hat das Salzige die Tendenz zur Erde hin und das Basische und das Säurehafte die Tendenz, im Kreise um die Erde herumzulaufen. Und damit hängt es wieder zusammen, daß einfach dadurch, daß man in gewisser Weise mit den im Organismus gegebenen Richtungen des Funktionierens sich bekannt macht, man auch wiederum eingreifen kann in diese Richtungen des Funktionierens. Da ist etwas ganz Wesentliches die Heilung durch Außenmittel, durch Einreibung, durch Salben, alles dasjenige, was äußerlich wirkt. Und da ist nun zu studieren, was nach einer gewissen Richtung hin äußerlich wirkt. Es ist unter Umständen das Einwirken des ziehenden Senfpflasters, das Einwirken von irgendeiner Metallsalbe — entsprechend, natürlich, zubereitet — von einer ebenso großen Wichtigkeit für den Organismus als ein innerliches Behandeln. Man muß nur — das wird Ihnen gerade aus dem, was ich jetzt gesagt habe, hervorgehen — darauf sehen, wie man das zu applizieren, anzuwenden hat, denn natürlich ist es nicht gleichgültig, ob man, wenn das oder jenes vorliegt, ein Pflaster an der einen oder an der anderen Stelle des Körpers auflegt. Denn das ist ganz wesentlich, daß man durch das Auflegen an der entsprechenden Körperstelle die Gegenwirkung gegen eine schädigende Kraft hervorruft. Ganz grobklotzig an der schmerzenden oder irgendwie irritierten Stelle auflegen, wird nicht immer das Richtige sein."}]}