Spiritual Science and Medicine

GA 312/1920-04-01/p006 ·1920-04-01 · original (original)

Das wird auch natürlich darauf aufmerksam machen, wie wir uns gegenüber der Luftzusammensetzung zu verhalten haben, wie wir achten müssen darauf, ob wir imstande sind, den Menschen die richtige Luftzusammensetzung zuzuführen, oder ob sie einer solchen entbehren. Nun aber können Sie, ich möchte sagen, noch mehr ins Physiologische hineingehen und können diese Entsprechung wahrnehmen. Gehen Sie dann alle Stoffe durch, die heute bekannt sind und die etwas zu tun haben im menschlichen Organismus, so werden Sie finden, daß alle diese Stoffe, die mit dem menschlichen Organismus und seinen Prozessen etwas zu tun haben, im menschlichen Organismus selber an andere Stoffe gebunden sind. Es sind in der Regel Verbindungen und Lösungen. Für sich frei kommen im menschlichen Organismus nur vor der Sauerstoff und der Stickstoff. So daß also dasjenige, was außen die Luft zusammensetzt, wiederum eine ganz besondere Rolle im menschlichen Organismus selber spielt. Es ist so, daß Sauerstoff und Stickstoff in ihrer Wechselwirkung gewissermaßen durchaus in dem Mittelpunkt des Stofflichen stehen für den menschlichen Organismus. Sauerstoff und Stickstoff haben mit den Funktionen des menschlichen Organismus zu tun, und sie haben zu tun als die einzigen Stoffe, die im freien Zustande wirken, die nicht ihre Wirkungsweise sich modifizieren lassen durch anderes, das an sie gebunden ist in der Sphäre, in der sie da im menschlichen Organismus sind. Sie sehen daraus, daß es nicht nur eine Bedeutung hat, was wir von der außermenschlichen Wesenheit in den menschlichen Organismus hinein verfolgen können, sondern daß wir schon auch das Wie verfolgen müssen: ob die Wirksamkeit frei bleibt oder ob die Wirksamkeit gebunden an anderes ist. Denn das Eigentümliche ist, daß im menschlichen Organismus die Stoffe zueinander ganz besondere Affinität bekommen und daß sie ganz besondere Verwandtschaften bekommen. Wenn wir also einen Stoff einführen, ein anderer schon drinnen ist im menschlichen Organismus, so kann dann diese Affinität, diese Verwandtschaft hervortreten. Wenn Sie diesen Gedanken weiter verfolgen, so führt er Sie zu einer ganz bestimmten Intuition, auf die die Geisteswissenschaft hinweisen muß. Sie wissen, daß dem pflanzlichen, dem tierischen und dem menschlichen Organismus die Proteinstoffe, Eiweißstoffe, zugrunde liegen. Sie wissen, daß im Sinne der gegenwärtigen Chemie die hauptsächlichsten Bestandteile des Eiweißes die vier wichtigsten Stoffe in der Natur sind: Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff, und daß dazu kommt Sulfur oder Schwefel als, ich möchte sagen, durchhomöopathisierend dasjenige, was die anderen vier Stoffe tun.

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