{"corpus":"steiner","locus":"GA 312/1920-04-01/p020","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sie wissen, daß gewisse Substanzen im menschlichen Organismus einfach dadurch wirken, daß sie auftreten entweder indem sie an Basen gebunden sind oder indem sie an Säuren gebunden sind oder neutral, wie man sagt in der Wissenschaft, auftreten in Salzen. Aber dieses Verhalten von Basen zu Säuren als entgegengesetzter polarischer Kräftesysteme, die dann zu einer Art von Neutralität gehen in Salzen, das erschöpft die Sache nicht, sondern hier muß in Betracht kommen, wie sich dieses Dreifache, Säuren, Basen, Salze, überhaupt im Menschen zu der ganzen Richtung seiner Organkräfte verhält. Da wird man finden, daß alles Basische eine Tendenz hat, zu unterstützen jene Wirkungen des Menschen, welche beginnen, sagen wir, im Munde und in der Verdauung sich fortsetzen, von vorn nach rückwärts; ebenso haben alle anderen Prozesse damit zu tun, welche von vorn nach rückwärts verlaufen. Basen haben mit dieser Richtung von vorn nach rückwärts etwas zu tun, Säuren mit der umgekehrten. Nur dann, wenn man den Gegensatz des Vorne-Menschen und des rückwärtigen Menschen ins Auge faßt, kommt man eigentlich auf den Gegensatz zwischen dem Basischen und dem Säurehaften. Dazu verhält sich das Salzhafte als zur Erde sich hin richtend, senkrecht stehend auf den beiden. Alle diejenigen Wirkungen, die von oben nach unten verlaufen, sind dasjenige, in das sich das Salzige hineinwirft. So daß man diese drei Richtungen durchaus berücksichtigen muß, wenn man nachdenken will: Wie stellt sich nun der Mensch in das Basische, in das Säurehafte und in das Salzige hinein? — Da haben Sie wieder ein solches Beispiel, wie Sie durch die Beobachtung des Menschen eine Brücke schlagen zwischen der rein äußerlichen metallischen Chemie und dem Physiologischen, denn da haben Sie die Richtkräfte. Da haben Sie auch die ganze Verwandtschaft des Salzigen mit der Erde gegeben, und da haben Sie das Ganze gegeben, was das Basische und das Säurehafte hat, das man etwa so schematisch zeichnen könnte: wenn hier Erde ist, hat das Salzige die Tendenz zur Erde hin und das Basische und das Säurehafte die Tendenz, im Kreise um die Erde herumzulaufen. Und damit hängt es wieder zusammen, daß einfach dadurch, daß man in gewisser Weise mit den im Organismus gegebenen Richtungen des Funktionierens sich bekannt macht, man auch wiederum eingreifen kann in diese Richtungen des Funktionierens. Da ist etwas ganz Wesentliches die Heilung durch Außenmittel, durch Einreibung, durch Salben, alles dasjenige, was äußerlich wirkt. Und da ist nun zu studieren, was nach einer gewissen Richtung hin äußerlich wirkt. Es ist unter Umständen das Einwirken des ziehenden Senfpflasters, das Einwirken von irgendeiner Metallsalbe — entsprechend, natürlich, zubereitet — von einer ebenso großen Wichtigkeit für den Organismus als ein innerliches Behandeln. Man muß nur — das wird Ihnen gerade aus dem, was ich jetzt gesagt habe, hervorgehen — darauf sehen, wie man das zu applizieren, anzuwenden hat, denn natürlich ist es nicht gleichgültig, ob man, wenn das oder jenes vorliegt, ein Pflaster an der einen oder an der anderen Stelle des Körpers auflegt. Denn das ist ganz wesentlich, daß man durch das Auflegen an der entsprechenden Körperstelle die Gegenwirkung gegen eine schädigende Kraft hervorruft. Ganz grobklotzig an der schmerzenden oder irgendwie irritierten Stelle auflegen, wird nicht immer das Richtige sein.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Spiritual Science and Medicine","date":"1920-04-01","location":null,"word_count":520,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p020","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-01/p020"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/312/1920-04-01/p020","paragraph_aligned":true}]}