Dreizehnter Vortrag
Man sollte ja nicht bloß sagen, daß man unbedingt Hellseher sein müsse, um über die Tätigkeit des Ätherleibes im menschlichen Organismus zu sprechen. Denn man kann ja an sehr vielen Prozessen, die einfach den Tätigkeiten des Ätherleibes entgegengesetzt sind, sehen, daß der Ätherleib in einer gewissen Weise nicht tätig ist oder wenigstens nicht ordentlich tätig ist. Und um auf diesem Gebiete zu gültigen Vorstellungen zu kommen, wird es nötig sein, einmal ins Auge zu fassen alles dasjenige, was mit Entzündungen zusammenhängt, was sich auf dem Boden von Entzündungen entwickelt, und alles dasjenige, was mit Geschwulstbildungen zusammenhängt, gewissermaßen von da ausgehend den menschlichen Organismus zerstört. Bei Geschwulstbildungen ist es ja das sehr berechtigte Bestreben, das nur heute gegenüber den sozialen Zuständen, die eben dann daneben auch geändert werden müssen — nicht die äußeren, sondern die sozialen Zustände, in welche die Medizin hineinspielt, Hygiene namentlich —, noch nicht durchführbar ist, daß immer wiederum aus einem berechtigten Ideal heraus gefordert wird, bei Geschwulstbildungen das Messer des Chirurgen zu entbehren. Nur handelt es sich darum, daß man Ersatz schafft für dasjenige, was das Messer des Chirurgen erreicht und nicht erreicht — erreicht gewiß in einer gewissen Beziehung, aber auch nicht erreicht. Zweifellos werden auch sehr viele, die heute einfach deshalb, weil noch keine Auskunftsmittel dafür da sind, für das Messer des Chirurgen eintreten, in dem Augenblicke sich zum Gegenteile bekehren, wenn eben Auskunftsmittel geschaffen werden.
Cite:
GA 312/1920-04-02/p004 · edition original