Dreizehnter Vortrag

GA 312/1920-04-02/p022 ·1920-04-02 · original (original)
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Nun aber muß man seinen Blick für die konkreten einzelnen Symptome schärfen. Und da wird es sich darum handeln, daß Sie vielleicht sich entwickeln sehen, was man etwa nennen könnte die erste Anlage und dann die weitere Fortentwickelung von, sagen wir, so etwas wie einem religiösen Wahnsinn oder was dem ähnlich ist — nicht wahr, die Ausdrücke sind alle nicht genau, weil die Bezeichnungsweise auf diesem Gebiete eine außerordentlich konfuse ist, aber wir müssen doch eben die Worte gebrauchen. Das alles sind selbstverständlich nur Symptome. Aber nehmen wir an, daß sich so etwas entwickelt, so wird es sich dann darum handeln, allerdings ein Bild gewinnen zu können von diesem ganzen Entwickelungsgang. Dann aber, wenn man dieses Bild gewonnen hat, wird es nötig sein, bei einem Menschen, der dieses Bild zeigt, genau hinzuschauen auf irgendwelche Abnormitäten im Lungenbildungsprozeß, nicht im Atmungsprozeß, sondern im Lungenbildungsprozeß, im Stoffwechsel der Lunge. Denn auch der Ausdruck Gehirnkrankheit ist eigentlich ein nicht ganz richtiger. Wenn der Ausdruck Geisteskrankheit ganz falsch ist, so ist der Ausdruck Gehirnkrankheit eigentlich halb falsch, denn auch dasjenige, was an Entartungen im Gehirn auftritt, ist eigentlich immer sekundär. Das Primäre liegt bei den Krankheiten niemals in dem, was sich in dem oberen Menschlichen, sondern immer in dem unteren Menschlichen abspielt. Das Primäre liegt eigentlich immer in den Organen, zu denen die vier Organsysteme gehören, dem Leber-, Nieren-, Herz- und Lungensystem. Und wichtiger als alles andere ist bei jemandem, der zu denjenigen Formen des Wahnsinns neigt, wo das Interesse am äußeren Leben abstirbt und der Mensch innerlich brütend wird und Wahnvorstellungen nachgeht, daß man eine Vorstellung von der Beschaffenheit seines Lungenprozesses bekommt. Das ist außerordentlich wichtig.

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