Vierzehnter Vortrag
Wenn ich graphisch ausdrücken will dasjenige, was da vorliegt, so könnte ich sagen: Durch das Sehen, durch den Sehvorgang wird dem Organismus ein Phantom eingegliedert, ein Gerüste, das sich so verhält, daß das andere Gerüste, das durch den eigentlichen Ich-Vorgang eingegliedert wird, ein wenig tiefer liegt, einfach mehr nach innen liegt (siehe Zeichnung Seite 267, weiß und gelb). Dasjenige, was mehr nach innen liegt, das ist so, daß es eine deutliche Andeutung von physischen Kräften aufweist. Es ist eben ein fast physisches Phantom, was da durch das Ich einorganisiert wird, ein wirkliches Gerüste; das aber, was durch das Auge selbst vermittelt wird, das ist noch Äther. Und da ist es interessant, zu sehen, wie bei Kurzsichtigen diese beiden aneinanderrücken, wie das Weiße, was ich hier gezeichnet habe, sich dem anderen, dem Gelben nähert, wie bei Weitsichtigen das Weiße nach außen rückt, dieses weiße Gerüste. Kurz, wenn Sie die Augenorganisation eines Menschen studieren, so werden Sie zu einem urteilsgemäßen Erfassen des Ätherleibes kommen können, des Ätherleibes, der dann so ähnlich ist dem, was ich jetzt als ein Gerüste bezeichnet habe. Sie können sich durch nichts mehr erziehen, etwas vom Ätherleib eines Menschen zu erhaschen, als dadurch, daß Sie achtgeben auf die Augenorganisation eines Menschen. Das andere richtet sich in Ihnen schon selbst ein. Wenn Sie sich eine Gewohnheit dafür aneignen, darauf achtzugeben, ob ein Mensch nahe oder weit guckt, und das auf sich wirken lassen, dann erzieht eine solche Gewohnheit in Ihnen die Empfänglichkeit für das Wahrnehmen des Ätherleibes. Kommen Sie dann der Sache noch meditativ zu Hilfe, meditieren Sie dazu, so wird es Ihnen nicht mehr so schwer werden, von dem hingebungsvollen Betrachten dessen, was im Menschen durch die Augenorganisation hervorgerufen wird, zu einer Betrachtung des Ätherleibes aufzurücken.
Cite:
GA 312/1920-04-03/p009 · edition original