Vierzehnter Vortrag

GA 312/1920-04-03/p015 ·1920-04-03 · original (original)
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Nun, in ganz anderer Weise als das Auge ist das menschliche Ohr gestaltet. Dieses menschliche Ohr kann man auch erfassen, und man kann in einer ähnlichen Weise sich zu einer urteilsgemäßen Erfassung erziehen, wie man sich zu einer urteilsgemäßen Erfassung des Auges erziehen kann, wodurch man sich dann dem Hellsehen des Ätherleibes nähert. Man kann sich heranbändigen, die Tatsache in der richtigen Weise zu sehen, daß dem Menschen ein Ohr eingegliedert ist wie dem Tiere, dieses Ohr aber, diese Ohrbildung dann von der menschlichen Ich-Organisation durchzogen ist. Studiert man dann die Ohrbildung, dann kommt man darauf, daß diese Ohrbildung in einer ähnlichen Weise mit etwas mehr innerlich Gelegenem im menschlichen Organismus zusammenhängt, wie die Augenbildung des Ätherleibes mit etwas mehr nach der Peripherie hin Gelegenem zusammenhängt. Man kommt dahin, gewissermaßen die Anschauungskräfte auf die Ohrbildung hin zu orientieren, und gelangt dazu, sich zu sagen: es hat ja auch das Ich etwas mit dem Ohrbildungsprozeß zu tun, geradeso wie es mit dem Augenbildungsprozeß zu tun hat. Auch das Ich gliedert ein Gerüste in den Organismus ein, das ein etwas anderes Gerüste als das vorhin charakterisierte ist. Verwandt mit diesem Gerüste, das da eingegliedert wird, ist das Ganze im Organismus, was der Ohrenbildung zugrunde liegt. So daß ich hier ein weiteres Gerüste zeichnen kann, das ich blau zeichnen will, das mehr nach innen liegt als das gelbe, das weniger organisierend sich in die Glieder hineinerstreckt als das andere, das, ich möchte sagen, wenn man es herausnehmen würde aus dem Menschen, nicht Arme und Beine hätte, sondern nur Armstümpfe und Beinstümpfe. Es ist also ein, man möchte sagen, in seiner Bildung auf der Kindheitsstufe stehengebliebenes Gerüste. Es ist auch viel weniger nach dem Haupte hin differenziert als das andere Gerüste. Aber wieder findet man, daß diesem Gerüste dasjenige entspricht, was an organisierenden Kräften der Ohrbildung des Menschen und dem ganzen Hörvorgang zugrunde liegt. Das will ich entsprechend diesem Weißen hier (siehe Zeichnung Seite 267) durch ein Violettes andeuten. Auch dieses Gerüste hat eine gewisse Eigentümlichkeit im menschlichen Organismus. Dieses Gerüste kann gewissermaßen abnorm werden, wenn das Ich zu stark wirkt, aber wenn das Ich zu stark im Innern wirkt. Früher haben wir den Fall behandelt, wo es zu stark an der Oberfläche gewirkt hat.

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Cite: GA 312/1920-04-03/p015 · edition original