Vierzehnter Vortrag
Nehmen Sie wiederum das Folgende zu Hilfe, um diese Sache ordentlich zu studieren. Treiben Sie wieder etwas Symptomatologie und nehmen Sie Menschen, welche zu außerordentlich starker Magerkeit oder auch wenig zur Magerkeit neigen, keine Neigung zur Fettbildung haben, und Sie haben dann solche Menschen vor sich, bei denen das Ich nach innen zu stark wirkt und dieses Gerüste verstärkt. Aber dieses Gerüste hat gegenüber dem früheren eine andere Eigentümlichkeit, es hat die Eigentümlichkeit, innerlich zu wuchern. Während das erste Gerüste die Neigung zum Zerfallen, zum Zersplittern hat, so hat dieses Gerüste die Neigung, innerlich zu wuchern. Es ist besonders in zweifacher Richtung hin auszubilden. Es ist auszubilden so, daß es dadurch nicht wuchert, daß das Ich gewissermaßen herausflimmert, denn das Wuchern oder das Zerfallen hängt ja immer damit zusammen, daß das Ich nicht ordentlich in diesem Gerüste drinnen ist, daß das Ich herausflimmert aus dem Gerüste. Wenn das Ich aus diesem Gerüste herausflimmert und dazu stark genug ist, um sich im Organismus zu erhalten, dann entstehen seelische und leibliche Folgen, die seelische Folge der Hypochondrie, die leibliche Folge der Stuhlverstopfung oder verwandter Erscheinungen.
Cite:
GA 312/1920-04-03/p016 · edition original