{"corpus":"steiner","locus":"GA 312/1920-04-03/p026","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn Sie das menschliche Auge betrachten, wie es eingegliedert ist in den menschlichen Organismus, so beruht der Sehvorgang eigentlich darauf, daß das Ich dasjenige durchdringen kann, was da herausgeholt ist aus dem menschlichen Organismus. Im Auge ist Ja viel weniger tierischer Prozeß drinnen, es ist alles herunterversetzt ins Organische, und der Sehvorgang beruht darauf, daß der Mensch selber, der innerliche, der seelisch-geistige Mensch, das durchdringt, was nun nicht tierisch ist, daß er sich gewissermaßen mit dem, was außen ist, identifizieren kann, nicht bloß mit dem Innerlichen. Wenn Sie sich mit dem Muskel identifizieren, so identifizieren Sie sich von innen aus mit dem Menschenbildungsprozeß; wenn Sie sich mit dem Auge identifizieren, identifizieren Sie sich eigentlich mit der Außenwelt. Deshalb habe ich früher einmal solch ein Organ einen Golf genannt, den die Außenwelt hereinstreckt. Da ist ein Stück von der Außenwelt einfach hereingeschoben wie ein Golf in den Organismus, und es ist einfach wiederum ein fataler Irrtum, wenn solche Dinge von unserer Sinnesphysiologie gar nicht berücksichtigt werden, denn dadurch kommen gerade jene albernen Märchen zustande von der Subjektivität und so weiter. Daß, nicht wahr, die Objektivität hereingeschoben wird und man in der hereingeschobenen Objektivität ein Stück Außenweltprozeß mitmacht, das wird ja heute gar nicht berücksichtigt. Seit Jahrhunderten oder wenigstens eineinhalb Jahrhunderten baut man allerlei Sinnesphysiologie auf das Subjektive auf, weil man nicht daran denkt, daß die Außenwelt wie herein in ihren Golfen vorgeschoben wird und wir an ihr teilnehmen sinnenmäßig. Wenn Sie dieses richtig verstehen, so werden Sie auch das richtig verstehen, wenn von außen her so etwas wirkt in dieser feinen Zerteilung. Wenn das hier Haut ist mit ihren Poren und mit all den Prozessen, die sich im Anschluß an die Poren abspielen (siehe Zeichnung Seite 278), wenn da fein zerteilt sind Rosmarintröpfchen in einem Bade, dann werden Sie leicht einsehen, daß ja da eine Wechselwirkung entsteht zwischen der Haut und den fein zerteilten Rosmarintröpfelchen — wenn ich es so nennen darf —, da wird etwas hervorgerufen, was dem ähnlich ist, da wird eine Anregung des Sinnesprozesses hervorgerufen. Dieser anregende Sinnesprozeß wirkt auf das menschliche Ich, so daß es sich in sein Gerüste eingliedert. Und sogar so weit kann man schon gehen, wenn es richtig gemacht wird, daß zum Beispiel — nur zur rechten Zeit angewendet natürlich, nicht wenn es schon zu spät ist —, wenn die Kopfhaut unterstützt wird durch diesen anregenden Prozeß der fein verteilten Rosmarintröpfchen in der Flüssigkeit, sie den peripherischen Prozeß des Haarschwundes schon bekämpfen können. Das muß nur in der richtigen Weise gemacht werden. Nun, da wirkt also etwas an der Oberfläche, an der Peripherie der menschlichen Organisation.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-04-03","location":null,"word_count":432,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-03/p026","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-03/p026"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/312/1920-04-03/p026"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}