Sechzehnter Vortrag

GA 312/1920-04-05/p010 ·1920-04-05 · original (original)
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Also es handelt sich darum, daß man in feiner Weise hinsieht auf solche Verhältnisse, wie ich sie jetzt eben dargestellt habe. Und da möchte ich sagen, wird es Ihnen sehr nützen, wenn man sich gewissermaßen eine Art Urphänomen hinstellt. Es ist interessant, daß diese Methode, eine Art Urphänomen hinzustellen, gerade in jenen Zeiten eine große Rolle gespielt hat, wo mehr von den Mysterien aus diese Pflege des Medizinischen und so weiter gegangen ist. Da wurden die Dinge nicht theoretisch ausgedrückt, sondern sie wurden gewissermaßen durch Urphänomene ausgedrückt. So wurde zum Beispiel gesagt: «Nimmst du innerlich zu dir Honig oder Wein, so stärkst du von innen aus die Kräfte, die aus dem Kosmos herein in dir wirken.» — Man könnte auch sagen: So stärkst du die eigentlichen Ich-Kräfte, denn das wäre dasselbe. — Das ist etwas, ich möchte sagen, was die Sache sehr übersichtlich macht. «Reibst du aber deinen Körper mit einer ölartigen Substanz ein, so schwächst du in dir die schädliche Wirkung der eigentlichen Erdenkräfte», also die Kräfte, die im Organismus der Ich-Wirkung entgegenstehen. «Und findet man das richtige Maß zwischen süßer Stärkung von innen und öliger Schwächung von außen, so wird man alt», haben die Alten gesagt, die alten Ärzte. «Lasse in deinem Organismus durch die Wirkung des Öles dir die schädliche Erdenwirkung nehmen, indem du dich mit dem Öle einreibst, und lasse dir, wenn du es imstande bist, wenn du nicht zu schwach dazu bist in deiner Organisation, die Ich-Kräfte stärken durch Wein oder Honig, dann stärkst du eben diejenigen Kräfte, die dich ins Alter führen.» Das sind solche Dinge, die da urphänomenal die Sache ausdrücken sollten. Man wollte durch Tatsachen, nicht durch Lehrsätze eigentlich den Menschen auf den Weg weisen. Das ist dasjenige, zu dem wir auch wiederum zurückkommen müssen. Denn man findet sich viel leichter zurecht unter den so mannigfaltigen Stoffen der Außenwelt, wenn man in dieser Weise auf Urphänomene zurückgehen kann, als auf sogenannte abstrakte Naturgesetze, die einen eigentlich sofort im Stich lassen, wenn man an irgend etwas Konkretes herantreten will.

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