Sechzehnter Vortrag

GA 312/1920-04-05/p015 ·1920-04-05 · original (original)
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Es ist das Tragische des Materialismus, daß er von der Erkenntnis der Materie abführt, daß er die Erkenntnis der Materie verhindert. Der Materialismus ist nämlich nicht einmal so schädlich der eigentlichen Erkenntnis des Geistigen als der Erkenntnis des Geistigen in dem Materiellen. Dadurch, daß die Anschauung unterbunden wird, daß überall mit dem Materiellen geistige Wirkungen verbunden sind, daß man also gerade im Materiellen die geistigen Wirkungen sucht, wird so vieles unterbunden, was für eine gesunde Anschauung des menschlichen Lebens eben nicht unterbunden werden darf. Wenn ich Materialist bin, kann ich ja unmöglich all die Eigenschaften, die wir jetzt besprochen haben in diesen Betrachtungen, der Materie zuschreiben. Man sieht das ja alles als Mumpitz an, den Materien diese oder jene Eigenschaften zuzuschreiben, die sie eben haben. Das heißt, man kommt gerade von der Erkenntnis dieses Materiellen ab. Man redet nicht mehr von phosphorigen Erscheinungen, von salzartigen Erscheinungen und so weiter, weil man das alles eben für Unsinn ansieht. Man kommt gerade von der Erkenntnis des Geistigen im Materiellen ab, kommt dadurch auch ab davon, ordentlich noch Gestaltenwirkungen studieren zu können, und kommt vor allen Dingen von einem ab, einzusehen, wie eigentlich jedes Organ des Menschen eine zweifache Aufgabe hat, immer eine mit Bezug auf eine Hinorientierung ins Bewußtsein und eine nach der entgegengesetzten Seite, nach dem bloßen organischen Prozeß.

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