{"corpus":"steiner","locus":"GA 312/1920-04-07/p015","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Da haben Sie reinlich auseinandergehalten dasjenige, was primär ist, und dasjenige, was sekundär ist, und Sie werden, wenn Sie so reinlich auseinanderhalten, sagen wir, das, was primär ist, und das, was sekundär ist, dann auch sich sagen: Man muß unterscheiden zwischen dem, was die ursprünglichen Gründe für eine solche Erkrankung sind, und zwischen dem, was etwa als entzündliche Erscheinungen einfach dadurch entsteht, daß dieses ganze Heer einer Darmfauna oder -flora auftritt, besonders im Dünndarm. Alles dasjenige, was physisch im Dünndarm auftritt einschließlich der Bazillen — wir brauchen uns wiederum nicht über ihre Herkunft zu unterhalten, denn sie können nicht da vegetieren und animalisieren, wenn ihnen nicht die Atmosphäre geschaffen ist dazu —, alles dasjenige, was da als eine Tätigkeit dieser vegetabilisch-animalischen oder animalisch-vegetabilischen Wesenheiten eintritt, alles das ist die Reaktion auf den Vorgang des Durchbruches der oberen Tätigkeit in die untere Tätigkeit des menschlichen Organismus. Alles das ist schon Folgeerscheinung. So daß es sich darum handeln wird, den Heilungsprozeß zu suchen nicht dadurch, daß man auf das Sekundäre geht, sondern dadurch, daß man auf das Primäre geht. Darüber wollen wir dann noch sprechen, denn über diese Dinge läßt sich eigentlich nur sprechen, wenn man in der Lage ist, auf ihre wahren Ursachen zurückzugehen. Das ist der heutigen landläufigen Medizin, der offiziellen landläufigen Medizin, fast gar nicht gut möglich, weil sie ja eine Betrachtung ausschließt, die von dem materiellen Prozeß zu dem geistigen Prozeß übergeht. Allem Materiellen liegt aber das Geistige zugrunde. Sie werden mit Leichtigkeit sich das Krankheitsbild, sagen wir, gerade von Typhus abdominalis bilden können, wenn Sie das ins Auge fassen, was hier eben auseinandergesetzt worden ist. Denken Sie doch nur, daß diese Erkrankung sehr häufig verknüpft ist mit katarrhalischen Erscheinungen der Lunge, auch mit Bewußtseinsstörungen. Die katarrhalischen Erscheinungen in der Lunge kommen davon her, daß dem oberen Menschen entzogen wird, was im unteren Menschen auftritt. Das ist ja gar nicht mehr darinnen enthalten, was im unteren Menschen auftritt, wenn der Durchbruch geschehen ist. Ebenso können die Organe, welche das Bewußtsein vermitteln im oberen Menschen, nicht mehr ordentlich wirken, wenn der Durchbruch dessen, was ihre Tätigkeit vermitteln sollte, in den unteren Menschen hinein erfolgt ist. Das ganze Bild des Typhus abdominalis tritt Ihnen vor die Seele, wenn Sie diese primäre Ursächlichkeit wirklich ins Auge fassen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Achtzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-04-07","location":null,"word_count":376,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-07/p015","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-07/p015"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/312/1920-04-07/p015","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}