{"corpus":"steiner","locus":"GA 312/1920-04-07/p020","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Alle diese Dinge sind natürlich auch so, daß man dabei das Lebensalter des Menschen berücksichtigen muß. Denken Sie doch nur, daß während der Kindheitsepoche des Menschen das ganze Zusammenwirken des oberen und des unteren Menschen, also auch die vermittelnde rhythmische Tätigkeit eine ganz andere sein muß als im späteren Leben. Im Kindheitsalter muß zum Beispiel eine viel stärkere Wirkung des oberen Menschen auf den unteren Menschen ausgeübt werden als im späteren Leben. In Wirklichkeit «denkt» das Kind mehr als der erwachsene Mensch. So sonderbar es klingt, aber wahr ist es doch, nur daß die Gedanken des Kindes nicht bewußt werden, sondern in den Organismus hineingehen und in seinem Wachsen, in seinen Formen auftreten. Besonders in den ersten Lebensjahren ist das sehr stark, daß die Denktätigkeit verwendet wird auf die Bildungskräfte des Leibes. Braucht der Leib nicht mehr so viel für sich zu verwenden von den Bildekräften, dann staut er sie gewissermaßen zurück, und sie werden die Grundkräfte für das Gedächtnis. Das Gedächtnis tritt daher immer erst dann hervor, wenn der Organismus weniger die Bildekräfte in Anspruch nimmt. Denn die Kräfte, die organisch dem zugrunde liegen, sind die umgewandelten Wachstums- und Bildekräfte, die besonders stark in Anspruch genommen werden für die Plastik des Organismus in den ersten Lebensjahren. Alles beruht im Grunde auf der Metamorphose. Dasjenige, was uns als Geistiges entgegentritt, ist nur das Zurückvergeistigte desjenigen, was früher mehr leiblich gewirkt hat, wo der Geist in die Materie eingezogen ist. Daher muß es begreiflich erscheinen, daß starke Abwehrkräfte vorhanden sein müssen gerade in dem Kinde gegen manches, was im Unterleibe auftritt. Im Unterleibe tritt ja besonders dasjenige auf, was himmlisch ist, was also außerirdisch ist. Denken Sie wiederum, es ist eine besondere Konstellation da im Außerirdischen, durch die Stellung der Sonne zu anderen Planeten bewirkt, die so wirkt, daß eine starke Spiegelung dieser Sternkonstellationen in den menschlichen Unterleibern entsteht. Was wird die Folge sein? Bei Erwachsenen, wo sich, ich möchte sagen, die rhythmische Tätigkeit zwischen dem oberen und dem unteren Menschen schon zu einer gewissen Beruhigung gebracht hat, wird das wenig ausmachen. Bei dem Kinde wird ein starkes Abwehren stattfinden müssen desjenigen, was da aus dem Kosmos im Unterleibe sich spiegeln will. Wenn also durch eine besonders kosmische Konstellation der Unterleib des Kindes sehr stark affiziert wird, so muß sich der obere Mensch des Kindes außerordentlich stark wehren. Dieses krampfhafte Anwenden der Kräfte, die eigentlich nicht so stark angewendet werden sollten in dem kindlichen oberen Menschen, das gibt Meningitis cerebrospinalis epidemica. So daß Sie hier durchaus hineinsehen können in die Art und Weise, wie aus der außermenschlichen Natur in den Menschen diese Dinge hineingeschickt werden. Ich möchte sagen, wenn Sie wiederum das hinter Ihren Anschauungen haben, können Sie das ganze Bild der Meningitis malen bis in die Versteifung der Nackenmuskeln hinein. Denn dadurch, daß eine solche Anstrengung des oberen Menschen beim Kinde stattfindet, müssen einfach entzündliche Erscheinungen eintreten in den oberen Organen, in den Häuten des Rückenmarkes oder des Gehirnes, die dann so wirken, daß sie die anderen Erscheinungen eben im Gefolge haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Achtzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-04-07","location":null,"word_count":502,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-07/p020","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/312/1920-04-07/p020"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/312/1920-04-07/p020","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}