Achtzehnter Vortrag

GA 312/1920-04-07/p022 ·1920-04-07 · original (original)
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Das wird ja auch ersichtlich, wenn man so etwas betrachtet wie dasjenige, um das auch gefragt worden ist, ich meine die Pyorrhoea alveolaris, die Eiterung des Alveolarrandes. Wenn das auftritt, so hat man es eigentlich immer zu tun nicht bloß mit etwas Lokalem, was manche glauben, sondern man hat es zu tun mindestens mit einer Disposition des ganzen Organismus, die sich nur lokalisiert eben in der Zahngegend. Würde zum Beispiel zur Gewohnheit werden, daß Zahnärzte, die das Auftreten dieser Krankheit bemerken, irgendwie dafür sorgten, daß andere Ärzte den Gedanken bei sich aufkommen lassen: Der betreffende Mensch, bei dem diese Eiterung aufgetreten ist, ist mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein Kandidat des Diabetes, dann würde sehr viel Wohltätiges geleistet werden können. Denn dasjenige, was wir ja bis zu einem gewissen Grade schon charakterisiert haben, was in dem Diabetes zum Ausdruck kommt, das ist eigentlich, solange es im oberen Menschen bleibt, leicht zu behandeln, der Keim der Pyorrhocea alveolaris. Das ist dasjenige, was eben viel zuwenig berücksichtigt wird, daß der untere Mensch auf den oberen Menschen übergreifen kann, daß dann eine Verarmung oder eine Bereicherung, die ungehörig sind, entweder des unteren oder des oberen Menschen eintritt. Tritt einfach die Neigung zum entzündlichen Zustand zunächst im oberen Menschen ein, so gibt es die eine Form der Erkrankung, tritt sie im unteren Menschen ein, so gibt es die entgegengesetzte, die polarische Form der Erkrankung. Darauf kommt so furchtbar viel an.

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