Sechster Vortrag

GA 313/1921-04-16/p015 ·1921-04-16 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Das Herz ist keine Pumpe - ich habe es oftmals gesagt -, sondern das Herz ist dasjenige, was, ich möchte eher sagen wie ein Ableseapparat wirkt für dasjenige, was die Tätigkeit in der Gewebeflüssigkeit ist. Das Herz wird durch die Blutzirkulation bewegt, nicht die Blut zirkulation wird hervorgebracht durch die Herzpumpenwirkungen. Das Herz hat so wenig etwas zu tun mit dem, was als Zirkulation im Menschen funktioniert, wie das Thermometer mit der Entstehung der äußeren Wärme und Kälte. Wie das Thermometer nichts anderes ist als ein Ableseapparat für die Wärme und Kälte, so ist das Herz nichts anderes als ein Ableseapparat für die menschliche Zirkulation und dasjenige, was aus dem Stoffwechselsystem des Blutes in die menschliche Zirkulation einfließt. Das ist eine goldene Regel, die man durchaus beobachten muß, wenn man den Menschen irgendwie verstehen will. Denn mit dem Glauben, daß das Herz eine Pumpe ist und das Blut durch die Adern treibt, mit diesem Glauben hat man das Entgegengesetzte der Richtigkeit eigentlich in der heutigen Naturwissenschaft in der Hand. Derjenige, der sich zu dem Herz-Aberglauben bekennt, der sollte sich, wenn er konsequent vorschreitet, nun durchaus auch bequemen zu dem Glauben: Ja, woher ist es wärmer geworden in meinem Zimmer? Weil das Thermometer hinaufgegangen ist! — Es ist konsequent ausgebildet ganz genau dasselbe.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/313/1921-04-16/p015.json
Cite: GA 313/1921-04-16/p015 · edition original