Zur Psychiatrie

GA 314/1920-03-26/p004 ·1920-03-26 · original (original)
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Der Mensch hat ja heute höchstens eine Vorstellung von einer Summe von Abstraktionen oder von abstrakten Empfindungen selbst und dergleichen, wenn der Mensch vom Seelischen redet. Diese Summe von Abstraktionen, die kann selbstverständlich einen Organismus nicht in Bewegung setzen, kann nicht irgendwie eine Brücke schlagen zum Organismus hin. Daher kann man auch nicht davon sprechen, daß man etwa durch eine Einwirkung auf das Seelenleben, das ja nur eine Summe von Abstraktionen eben ist, irgendwie den äußeren physischen, realen Organismus beeinflussen könne. Auf der anderen Seite steht dasjenige, was man ja auch durch die Wissenschaft gewonnen hat über den physischen Organismus; denn man hat erdichtet, die Seelenerscheinungen seien nur Parallelerscheinungen oder gar Wirkungen des physischen Organismus. Es ist dasjenige, was man an konkreten Vorstellungen ausbildet über diesen physischen Organismus, nicht dazu angetan, daß man irgend etwas herauspressen könnte aus diesen Vorstellungen über das Psychische.

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