Zur Psychiatrie

GA 314/1920-03-26/p019 ·1920-03-26 · original (original)
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So könnte ich sagen: Im Grunde gilt in der Psychiatrie dasselbe, was wir dann, wenn wir über die Waldorfschule sprechen, von der pädagogischen Kunst sagen, daß man nicht mit irgendwelchen neuen Formulierungen theoretischer Art nur kommen soll, sondern daß man die lebendige Geisteswissenschaft selber hineintragen soll in dieses Gebiet. Das, was man da vom pädagogischen Gebiete zu sagen hat, man hat es auch zu sagen vom psychiatrischen Gebiete. Man wird gar niemals in einseitiger Weise davon ausgehen können, daß man sagt: Dies oder jenes ist auf dem Gebiete des Psychiatrischen zu verbessern. Sondern man wird sich mit dem Gedanken vertraut machen: Entweder man nimmt auf dem Gebiete des Erkennens überhaupt die geisteswissenschaftliche Grundlage an, dann wird diese geisteswissenschaftliche Grundlage die Psychiatrie schon umgestalten, dann wird sie aus der Psychiatrie ganz besonders etwas machen, was heute eigentlich von zahlreichen Menschen ersehnt wird, was aber gar nicht da sein kann durch die neuesten naturwissenschaftlichen Methoden, die Ihnen ja gestern und heute genügend auseinandergesetzt worden sind.

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Cite: GA 314/1920-03-26/p019 · edition original