Dritter Vortrag

GA 314/1920-10-09/p012 ·1920-10-09 · original (original)
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Auf diesem Wege geschieht sehr vieles. Auf diesem Wege geschieht zum Beispiel dasjenige, daß wiederum eine entgegengesetzte Kraft eingreift. Diese entgegengesetzte Kraft, die da eingreift, können Sie beobachten, wenn Sie zum Beispiel — Sie können irgendein Beispiel herausgreifen —, sagen wir, die gewöhnliche Birke, Weißbirke, Betula alba, herausgreifen und genauer den Prozeß verfolgen, der sich vollzieht von der Wurzelbildung durch die Stammesbildung, namentlich dann durch die Rindenbildung, wie sich auf Grundlage alles desjenigen, was zusammenwirkt in der Stamm- und Rindenbildung, dasjenige herausbildet, was dann in der Blattbildung zustandekommt. Man kann das geisteswissenschaftlich besonders gut studieren, wenn man die noch bräunlich erscheinenden jungen Birkenblätter im Frühling studiert. Wenn man das alles anschaulich studiert, so bekommt man eine Anschauung von einem sich Metamorphosieren auch der Kräfte, die sich da abspielen, die da wirken im Innern der Pflanze, und man bekommt die Anschauung, wie auf der einen Seite wirkt in dem Pflanzenbildungsprozesse eine Kraftrichtung von unten nach oben. Man bekommt aber auch dasjenige, was noch retardierend wirkt, was zuerst bei der Wurzel, ich möchte sagen, noch stark als Schwerkraft gewirkt hat, was aber dann, indem die Pflanze sich entringt der Erdensubstanz, indem sie aus der Luft herauswirkt, in einer anderen Weise zusammenwirkt mit der aufstrebenden Kraft. Und wir haben dann eine interessante Stufe, aber auch jetzt sachgemäße Stufe, um einzusehen, wie in der Pflanzenbildung bei diesem nach aufwärts strebenden Prozeß in der Birkenrinde sich ablagern gewisse Salze, Kalisalze, die einfach das Ergebnis sind der nach unten wirkenden Kräfte, die im Wechselspiel stehen mit den nach oben wirkenden Kräften und, ich möchte sagen, zur Eiweißbildung hinneigen, zu demjenigen, was ich als albuminisierende Kraftbildung bezeichnen möchte. So dringt man ein zum Beispiel in den Pflanzenbildeprozeß. Ich kann das hier nur andeuten. Sie sehen, wir dringen eben so ein, indem wir gewissermaßen anschauen, wie sich da ablagern in der Birkenrinde die Kalisalze, wie sich dann etwas entringt dieser nach unten ziehenden Kraft — ich möchte sagen, des Prozesses, der etwa zu vergleichen wäre mit dem, wenn so ein Salz herausfällt aus einer Lösung —, wir kommen dann zu dem Prozesse, der vor sich geht, indem sich die Lösung dem Salze entringt, wir kommen da, indem wir das lebendig erfassen, in den Eiweißbildungsprozeß, in dasjenige hinein, was ich als den Albuminisierungsprozeß bezeichnen möchte. Da haben wir einen Weg, das Äußere, das den Menschen umgibt, zu studieren, anschaulich zu studieren.

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Cite: GA 314/1920-10-09/p012 · edition original