{"corpus":"steiner","locus":"GA 314/1920-10-09/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und dann, dann schauen wir zurück auf den Menschen und sehen, wie der Mensch im Grunde genommen, sagen wir, wenn wir ins Auge fassen seinen von oben nach unten wirkenden Abbauprozeß, in sich hat dieselbe Form von Kräften, die bei der Pflanze von unten nach oben wirkt. Wir schauen da gewissermaßen in dem, was an Kräften wirkt vom Kopfsystem nach unten, nach dem Gliedmaßen-Stoffwechselsystem, wie gewissermaßen ein umgekehrtes Pflanzliches drinnen wirkt, wie in der Tat die Kräfte, die wir nach aufwärts geschickt sehen im Pflanzenwachstum, nach abwärts wirken. Wenn zum Beispiel der Mensch diesen, ich möchte sagen, bei ihm in seinem Innern wirkenden Pflanzenbildungsprozeß in der unrichtigen Weise aufhält, so daß er nicht in richtiger Weise von dem, was im Kopfe wirkt — das Astralische, das Ich-Wesen —, durchdringt das Leibeswesen, aber diese Durchdringung sich äußert innerhalb des Leibes, dann haben wir es zu tun mit etwas, was da aufgehalten wird, was verlaufen sollte im menschlichen Organismus, wir haben es zu tun mit einer pathologischen Erscheinung, die uns entgegentritt zum Beispiel in den Fällen, wo Rheumatismus, wo gichtische Zustände auftreten. Wir studieren dasjenige, was von diesem Aufbauprozesse, indem er in einer gewissen Weise zurückgestaut wird, im menschlichen Organismus bewirkt wird, wir studieren das und finden es wieder in dem Prozesse des Rheumatismus, in dem Prozesse der Gichtbildung und so weiter. Und wir lenken jetzt wiederum den Blick von dem Inneren des Organismus, sagen wir, nach einem solchen Pflanzenbildungsprozeß, wie er uns bei Betula alba vorliegt; dann gewinnen wir folgendes. Dann schauen wir auf der einen Seite hinein in dasjenige, was sich da abspielt in der Salzbildung, auf der anderen Seite in der Eiweißbildung. Und wir finden, wenn wir diesen Prozeß der Eiweißbildung ordentlich verstehen, darinnen den entgegengesetzten Prozeß von demjenigen, was da aufgehalten wird. Im Organismus wird aufgehalten derjenige Prozeß, der sich abspielen sollte ähnlich jenem Prozesse, der sich als richtiger Prozeß der Albuminisierung in den Birkenblättern abspielt, und wir bekommen dadurch einen Zusammenhang zwischen denjenigen Prozessen, die sich zum Beispiel in den Birkenblättern abspielen und den Prozessen des Organismus, indem wir dasjenige, was in den Birkenblättern ist, zu Heilmitteln verarbeiten, die wir den Menschen beibringen, und durch die wir, weil sie in der richtigen Weise entgegengesetzt sind diesem Stauprozeß, der im Rheumatismus, in der Gicht auftritt, in dieser Weise heilbringend wirken. Das heißt, wir schauen in dieser Weise zusammen dasjenige, was draußen in der Natur sich abspielt, mit dem, was im Innern des Organismus sich abspielt und bekommen da eine Vorstellung heraus, wie wir die Heilkräfte dirigieren sollen. Auf der anderen Seite sehen wir, wie dann, wenn die Abbauprozesse so verlaufen, daß der Organismus sie gewissermaßen nicht aufhalten kann, daß sie nach unten sich verbreitern, das rhythmische System sie nicht in der richtigen Weise zurückschlägt, daß sie dann an die Peripherie des Körpers auslaufen, daß sie gewissermaßen nach der Haut herausdrängen. Wir bekommen entzündliche Zustände in dem Äußeren der Menschen, wir bekommen Hautausschläge und dergleichen. Und wir schauen wiederum zurück auf unsere Pflanze, Betula alba, und wir finden den entgegengesetzten Prozeß in der Ablagerung der Kalisalze in der Birkenrinde, bekommen dadurch die Möglichkeit, einzusehen, wie wir diesen im menschlichen Wesen zu einer Überexsudation treibenden Prozeß des Hautausschlages bekämpfen, indem wir ein Heilmittel aus der Birkenrinde bereiten.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-10-09","location":null,"word_count":537,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/314/1920-10-09/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/314/1920-10-09/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/314/1920-10-09/p013","paragraph_aligned":true}],"translation_faults_against":[{"locus":"GA 314/1920-10-09/p029","lang":"en","edition":"English","translation":"Alice Wuslin and Gerald F. Karnow (rsarchive MP1986a)","kinds":["substitution"],"note":"This sentence substitutes breakdown for upbuilding. The German says we study what this upbuilding process brings about in the human organism when it is dammed back in a certain way, and find it in the processes of rheumatism and gout. The translation says 'when this breakdown process is dammed up in a certain way'.","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/314/1920-10-09/p029?edition=English"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}