{"corpus":"steiner","locus":"GA 314/1920-10-09/p015","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber — dieses Wort möchte ich insbesondere an die verehrte Studentenschaft richten — dieses Studium wird nicht, wenn es in rationeller Weise getrieben wird, Sie in eine Furcht vor dem Umfange hineinzutreiben haben. Denn ich kann Ihnen die Versicherung geben, wenn all dasjenige, was Examensballast ist, was — um in diesem paracelsischen Sinne zu sprechen — Examens-Tartaros ist, wegfällt, und dafür alles dasjenige getrieben wird, was in dieser Weise in eine rationelle Anschauung von einer therapeutischen Pathologie und pathologischen Therapie hineinführt, dann werden die Studenten der Medizin nicht etwa noch mehr, sondern weniger zu studieren haben, Und dieses Studium wird, weil es sie durchleben wird, nur in ihnen einen größeren Enthusiasmus hervorrufen als dasjenige, was sie heute an den Menschen heranführt und was ihnen im wesentlichen nichts anderes liefert, als daß sie Organe sehen, die keineswegs ruhend sind, sondern die nur verstanden werden, wenn man sie in ihrer lebendigen Funktion auffaßt und in ihrer Wechselwirkung zu anderen Organen, wenn man diese Organisation studiert, wenn man dieses ganz ins Funktionelle-Hineintreiben und dazu eine äußere Naturwissenschaft hat, welche ebenfalls wieder ins Funktionelle hineintreibt. Es wird ja durchaus immer wieder parallel zu studieren sein jener innere Vorgang im Menschen, jenes Eigentümliche, das sich da abspielt als Vergiftungen und Giftwirkungen, die aus dem Gleichgewicht gekommen sind, und diejenigen Prozesse, die sich gerade nicht in der Naturordnung abspielen und die, weil das Äußere polarisch zu dem Inneren sich verhält, in einer gewissen Weise auch polarisch zu verwenden sind, und die daher durchaus in die Pathologie, oder besser gesagt in eine therapeutische Pathologie und pathologische Therapie hineinführen können.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-10-09","location":null,"word_count":262,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/314/1920-10-09/p015","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/314/1920-10-09/p015"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/314/1920-10-09/p015"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}