Dritter Vortrag
So konnte ich Ihnen nur andeuten dasjenige, was, ich möchte sagen, die Schritte zu lenken hat, welche eine Gesundung des medizinischen Studierens nehmen muß, und ich konnte Ihnen nur andeuten, wie die Geisteswissenschaft hineinwirken will in dieses medizinische Studieren. Ich werde Ihnen heute abend, wo ich wiederum eine halbe Stunde nach Beendigung der eurythmischen Vorstellung für alle hier vortragen werde, noch einige andere Beispiele geben, welche Ihnen zeigen werden, wie dieses intuitive Zusammenschauen der äußeren Naturwirkungen mit den Wirkungen des inneren Organismus eben zum Therapeutischen und zum Erkennen des Pathologischen führen kann. Ich möchte da eingehen dann auf einzelne Stoffe. Ich konnte in dieser kurzen Zeit, die mir hier zur Verfügung stand, nur das Prinzip gewissermaßen an dem Beispiel von Betula alba angeben, werde heute abend noch einiges andere angeben, werde mich aber überall daran halten eben, anzudeuten, was in das allgemeine Verständnis der Menschen hineingehen soll. Denn von diesem ausgehend muß dann wiederum der Mediziner speziell weiterbauen. Er soll in das Spezielle hineingehen, denn das Spezielle zu behandeln, erfordert auch überall eine individuelle Beurteilung, und da ist es notwendig, daß aus dem Verständnis aller Laien für die medizinischen Richtungen, für die medizinischen Prinzipien ein Verständnis, eine verständnisvolle Art dafür herauswächst, was der Arzt innerhalb der äußeren Welt vorzunehmen hat.
Cite:
GA 314/1920-10-09/p016 · edition original