Zweiter Vortrag
Da würde es sich vor allen Dingen darum handeln, diesen Erfolg genauer zu beschreiben. Es handelt sich bei solch einer Therapie immer darum, daß ein gewisser Erfolg da sein kann, aber schädliche Nebenerfolge da sind. Und bei der Salvarsantherapie ist es ganz undenkbar, daß überhaupt von einer rationellen therapeutischen Behandlung gesprochen werden kann, weil einfach das Präparat, so wie es wenigstens beschrieben wird, ein solches ist, daß es die menschlichen Leiber auseinanderreißt, daß es den Menschen zerreißt. Es stimmt nichts zusammen. Unter Umständen kann man dem Körper einfügen, was man will, es kann immer ein Erfolg entstehen, aber was dann daraus wird, das ist eben gerade bei Salvarsan ganz zweifellos unübersehbar, weil sich die Dinge widersprechen. Daher kann man nur sagen: Die Salvarsantherapie ist so recht ein Kind der gegenwärtigen Denkweise. Und im Grunde genommen liegt die Sache so, daß man im Ernst auf so etwas gar nicht eingehen kann. Wünscht vielleicht jemand irgendwie darüber etwas weiteres zu sagen?
Cite:
GA 314/1924-01-01/p005 · edition original