{"corpus":"steiner","locus":"GA 314/1924-01-01/p046","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun ist aber das Eigentümliche dieses: Wenn Sie ein Kind haben, nehmen wir irgendeinen ideellen Fall, ein Kind im zehnten Jahre hat irgendwie, sagen wir, durch eine vorhergehende Masernkrankheit oder so etwas, einen auch nur zeitweilig geschwächten ätherischen Leib; der astralische Leib wirkt zu stark. Daher wirkt in dieser Lebenszeit bei dem Kinde — ich will nicht sagen zehn, sondern zwölf Jahre, Sie werden gleich sehen, warum —, wenn es einen mürrischen Erzieher hat, der es in allerlei Zustände bringt, so daß es in sich selbst seelische Uneinigkeit bereitet, solcher kindliche Kummer zunächst prädominierend. Und nun lassen Sie das vierzehnte Jahr herankommen, approximativ natürlich, dann haben Sie vom zwölften Jahre zwei Jahre bis zum vierzehnten Jahre, und dann zwei Jahre bis zum sechzehnten Jahre, und im sechzehnten Jahr ist wiederum eine Möglichkeit, ebensolange hinter dem Abschluß der Periode hinter der Geschlechtsreife, wie der Insult vor der Geschlechtsreife aufgetreten ist, daß die Sache sich rhythmisch wiederholt, daß dann aber nicht neuer Kummer natürlich, der von außen kommen müßte, auftritt, sondern daß das organische Gegenbild des Kummers auftritt. Dann ist die Frage diese: Wie lange braucht nun nach den Perioden, die sich da herausbilden, dieser Prozeß, um gehörig peripherisch zu werden? Im einundzwanzigsten Jahre ist wiederum eine Periode, das heißt im neunzehnten, zwei Jahre vor dieser Periode, und zwei Jahre danach, mit dreiundzwanzig Jahren, ist bei diesem Kinde wiederum die Möglichkeit, daß irgendwie die Sache weiterschreitet. Nun handelt es sich nur darum, wie lange dieser Prozeß braucht, um gehörig peripherisch zu werden, daß er als Deformation auftritt? Das kann unter Umständen vom zwölften Jahre, wo die ersten Ursachen liegen, bis in die dreißiger Jahre, ja selbst bis in den Anfang der vierziger Jahre hineingehen. Dann hat man ein ganz anderes Bild, als wenn zum Beispiel irgend jemand die psychische Ursache erst erlebt nach seinem fünfzigsten Lebensjahre oder Ende seiner vierziger Lebensjahre, wo sie auch erlebt werden kann. Dann treten also diese Deformationen auf aus einer ganz anderen Tiefe des Organismus heraus. Und so kann man sagen, nehmen wir einmal an, wir haben es mit einem Patienten zu tun, der meinetwillen am Ende der dreißiger, Anfang der vierziger Jahre ist und der eine starke Arthritis deformans hat, die uns zeigt, daß eigentlich die Ursachen recht weit zurückliegen. Dann kann man unter Umständen die folgende Behandlung vorschlagen aus diesem Tatbestand heraus. Ich habe daher einen Idealfall auf Ihre Frage hin konstruiert, und es würde nun sich darum handeln, daß man in einem solchen Falle dasjenige, was hier behandelt worden ist, durch die Arseninjektion und durch das Stannum und so weiter hervorruft, indem man Schwefelwasserstoffbäder gibt, also zunächst auf das Nerven-Sinnessystem wirkt, auf das entsprechende Bäder immer wirken, und dadurch den peripherischen Menschen von außen ergreift. Geben Sie dann von innen etwa, sagen wir, hochpotenzierte Arnikasubstanz, Arnikatinktur oder Equisetum, was in diesem Falle beides dasselbe sein würde, so wirken Sie in demselben Sinne von innen heraus, und Sie werden wahrscheinlich bei einer auch alteingesessenen Arthritis deformans eine Heilung erzielen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-01-01","location":null,"word_count":494,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/314/1924-01-01/p046","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/314/1924-01-01/p046"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/314/1924-01-01/p046","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}