Besprechungen II

GA 314/1924-04-23/p049 ·1924-04-23 · original (original)
The speaker of this passage is not asserted. Q&A / discussion session: interleaves participants' questions with Steiner's answers. A given passage may be a questioner, not Steiner — confirm the speaker before quoting.
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Bei Erwachsenen ist natürlich das seelische Eindringen ziemlich leicht, wenn man den seelischen Organismus als solchen kennt, wenn man weiß, so erzählen einem die Leute irgend etwas. Nun schreitet man vor. Meist ist es nicht wahr, was sie erzählen. Zunächst fängt es damit an, daß der Patient nicht sagt, wie es ist. Nun muß man irgendwo einhaken. Man kommt auf etwas, was am meisten wahr ist. Hat man das erfaßt, dann kann man weitergehen. Man muß unterscheiden, ob das eine zu dem anderen stimmt. Es kann nicht ein Tier, das den Schnabel eines Adlers hat, zu gleicher Zeit die Füße eines Straußes haben. So passen auch die Dinge im Seelischen aufeinander. Man muß den Patienten darauf führen. Bis man eingehakt hat, glaubt man alles, das heißt man glaubt nichts, aber man macht ihm begreiflich, daß man ihm alles glaubt. Hat man eingehakt an einer Stelle, wo die Sache wahr sein muß, dann macht man ihn sehr scharf aufmerksam auf das, was nicht sein kann. Da kriegt man eine Art Seelenorganismus zustande, der sehr stark auf den körperlichen Organismus hinweist. So ist es schon nützlich, auf einer seelischen Diagnostik zu fußen.

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Cite: GA 314/1924-04-23/p049 · edition original