Besprechungen II
Die Zusammenhänge da, die werden ganz besonders interessant, wenn man sieht, wie das eine mit dem anderen zusammenhängt. Nehmen Sie an, Sie haben jemand, der nicht mehr ganz jung ist. Sie sind genötigt, das Karzinom zu entfernen. Es äußert sich aber dasjenige, was in einem ziemlich stark entwickelten Karzinom da ist, so, daß eigentlich im ganzen Körper, weil der Organismus doch eines ist, eine Tendenz vorliegt, außermenschliche Prozesse sich abspielen zu lassen. Es ändert sich das Karzinom in seinem Verlauf in ganz merkwürdiger Art. Das lokale Karzinom wird nach einiger Zeit ein Ventil, um die karzinomatöse Entwickelung zu konzentrieren. Schneiden Sie das Karzinom heraus, so ist plötzlich das Ventil weg. Aber Sie bekommen, wenn Sie es mit einem älteren Menschen zu tun haben, dieses Vermögen, Ventile für die vorhandene Neigung, Außermenschliches im Menschen zu haben, nun in das Organ hinein, das am meisten das unorganische Außermenschliche aufnimmt, in die Lunge. Daher werden Sie besonders bei im Alter vorhandenem Karzinom den Prozeß auflösen in Lungenentzündung. Wenn der Organismus sklerotisch ist, so läuft der Prozeß im Alter mit Lungenentzündung aus. Das hängt damit zusammen, daß der alte Organismus noch mehr und leichter als der jüngere das Außermenschliche aufnimmt. Dasjenige Organ, das am leichtesten außermenschliche Prozesse aufnimmt, ist die Lunge; es wird dabei geschädigt. Es gibt ein Organ, das die außermenschlichen Prozesse leicht aufnehmen kann und dabei nicht geschädigt wird; das ist die Leber. Die ist sehr dickfellig gegen außermenschliche Prozesse. Die Lunge nimmt sie auf, wird aber dadurch geschädigt. Das ist das Wesentliche, daß die Lunge leicht aufnimmt und dabei geschädigt wird.
Cite:
GA 314/1924-04-23/p073 · edition original