Sechster Vortrag

GA 315/1921-04-17/p031 ·1921-04-17 · original (original)
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Wir stehen ja heute am Abschluß dieses Kurses, und es ist gewiß unser aller Bedürfnis, darauf noch einmal zurückzublicken. Wir haben, glaube ich, empfunden, daß gerade mit diesem Kursus noch ein gewisser Höhepunkt dessen gegeben ist, was wir bisher von Herrn Dr. Steiner als Anregungen für die Medizin bekommen durften. Daß es möglich war, einen Kursus hier zu halten für Ärzte und Künstlerinnen scheint mir doch ein Symbol gewissermaßen dessen, was wir eigentlich mit unseren anthroposophischen Bestrebungen in der Medizin wollen. Daß diese Synthese zustande kommen konnte ist vielleicht doch auch eine Erfüllung dessen, was Goethe in bildhafter Weise in seinem «Wilhelm Meister» einmal sagte, daß man die Medizinstudenten eigentlich nicht so sehr anatomisieren lassen sollte als vielmehr synthetisieren. Man sollte sie unterrichten, den menschlichen Körper wiederum zusammenzusetzen aus den einzelnen Muskeln, Knochen und Organen, und aus diesem Gefühl des Zusammensetzens heraus würde sich auch das gesunde Gefühl des Heilens ergeben.

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