{"corpus":"steiner","locus":"GA 316/1924-01-03/p020","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ja, sehen Sie, die Leber hat sozusagen zu sehen im Verdauungsprozeß, was, sagen wir, irgendein Kohlehydrat wert ist im Menschen. Das Herz hat zu sehen, wie astralischer Leib und Ich wirken im Menschen. Das Herz ist also ein ganz geistiges Sinnesorgan, die Leber ist ein ganz materielles Sinnesorgan. Und diesen Unterschied müssen wir machen. Wir müssen zu einer Erkenntnis der Organe kommen, die qualitativ ist. Wie geht die Naturwissenschaft, die der Medizin zugrunde liegt, heute vor? Es wird wirklich mit einer großen Gleichgültigkeit ein Gewebe genommen aus einer Partie des Organismus, sagen wir aus Herz oder Leber. Dieses Gewebe wird auf seine äußere, physische Struktur und Beschaffenheit untersucht. Aber damit hat man überhaupt nichts ausgesagt über das betreffende Organ im menschlichen Organismus. Ich habe hier ein Messer und hier ein Messer, und ich untersuche sie. Das ist ein Messer und das ist ein Messer. Wenn ich sie der Form nach untersuche, danach untersuche, wie eben ein Messer ausschaut, daß es rückwärts eine Kante hat, vorwärts eine Schneide, in einem Griff drinsteckt und so weiter, dann bekomme ich nur das eine heraus: das ist ein Messer und das ist ein Messer. Ich muß herausgehen aus dieser Art der Untersuchung, ich muß etwas auf ein Ganzes beziehen und kann dann den Unterschied finden zwischen einem Tischmesser und einem Rasiermesser. Äußerlich betrachtet könnte ein Rasiermesser auch ein Tischmesser sein. Ich kann also nicht bloß durch die äußere Gestalt erkennen, ob ich es mit einem Rasiermesser oder mit einem 'Tischmesser zu tun habe, sondern ich muß jedes Ding im ganzen Zusammenhang betrachten. So kann ich nicht aus der bloßen Betrachtung eines Organes, wie sie heute gepflogen wird, irgend etwas wissen über die Bedeutung dieses Organes, ich muß es immer im ganzen Zusammenhang betrachten. Die bloße Untersuchung der Struktur und der Beschaffenheit eines Organes liefert gar nichts. Man muß überhaupt erst eine ganz andere Betrachtung über den Menschen zugrunde legen, als diejenige ist, die von der Chemie herübergeht und nur die chemischen Affinitäten, die chemischen Kräfte untersucht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-01-03","location":null,"word_count":332,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/316/1924-01-03/p020","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/316/1924-01-03/p020"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/316/1924-01-03/p020"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}