Dritter Vortrag
Wenn wir jetzt zum Astralleib gehen: der Astralleib steht nun auch nicht etwa bloß durch den Ätherleib, sondern in unmittelbarer Beziehung zu gewissen Kräften, die auf uns wirken, wenn wir im Wachzustand sind. Nun, das ist wiederum ein Teil der Wärmekraft; die Wärme nämlich wirkt mit einem Teil auf den physischen Organismus und mit einem Teil auf den Ätherorganismus zurück. Dann ist der astralische Leib in unmittelbarer Beziehung zu den Lichtkräften. Aber da müssen Sie wissen, daß Lichtkräfte für Geisteswissenschaft etwas anderes sind als das, was die Physik heute darunter versteht. Wir wollen nicht auf Theorien eingehen, aber nicht wahr, dem, was die Welt rings um uns herum in Beleuchtung wahrnehmen kann, dem liegt natürlich etwas zugrunde, und zwar im Äther, so daß wir schon sagen können: Licht ist eine Ätherkraft. - Wir sprechen nun in der gewöhnlichen Wissenschaft heute von dem Licht, als in dem Beleuchteten enthalten. Geisteswissenschaft spricht so vom Licht: sie nennt Licht auch dasjenige, was andern Sinneswahrnehmungen zugrunde liegt, wie zum Beispiel das Licht der Tonwahrnehmungen. Wenn wir Tonwahrnehmungen haben, so ist die äußere Physik überhaupt nur versucht, als von dem äußeren Korrelat der Tonwahrnehmung, von der bewegten Luft zu reden. Die bewegte Luft ist nur das Medium des wirklichen Tonelementes. Das wirkliche Tonelement ist ein Ätherisches, und die Vibration der Luft ist nur die Wirkung dieses ätherischen Vibrierens. Licht lebt auch in der Geruchswahrnehmung. Kurz, für alle Wahrnehmungen liegt zugrunde ein viel Allgemeineres als Licht, als was man in der Physik heute Licht nennt. Es ist gewiß irreführend, das gebe ich Ihnen zu, daß so vom Licht gesprochen wird. Denn im Grunde genommen hat man so vom Lichte gesprochen in der alten Geisteswissenschaft bis zum 12., 13. nachchristlichen Jahrhundert. Dann hat sich das Verständnis dafür verloren, und man hat versucht, andere Ausdrücke anzuwenden, die aber noch unverständlicher sind. Deshalb sind die Bücher über Alchimie, die auf das 12. Jahrhundert folgen, so unverständlich. Für Sie ist von Bedeutung, daß man dies Licht nennt. Mit diesem Licht nun steht der astralische Leib in Verbindung mit alldem, was den Sinneswahrnehmungen unterliegt auf der Erde, nicht auf dem Umweg durch den Ätherleib, sondern direkt in Beziehung. Das ist ganz besonders interessant. Draußen lebt das Licht im Äther, aber wir haben auch Ätherisches in uns. Das Licht wirkt auf den Ätherleib. Aber mit diesem Licht, das in uns ist, kommen wir beim Aufwachen nicht allein in Beziehung, sondern mit Umgehung dieses Lichtes gliedern wir uns in das äußerlich strömende Licht ein. Ebenso ist es auch mit dem äußern, durch die Welt wirkenden Chemismus. Auch in den Chemismus gliedern wir uns ein auf eine unmittelbare Art. Und das ist besonders wichtig, denn damit wird gesagt, daß der Mensch wachend in eine Art kosmischen Chemismus eingegliedert ist. Nun kennt unsere heutige Wissenschaft nur den leblosen Chemismus, höchstens ein bißchen den organischen Chemismus, aber sie kennt gar nicht jenen Chemismus, der ein allgemeiner Weltenchemismus ist. In den gliedern wir uns ein, wenn wir aufwachen. Und ebenso gliedern wir uns ein in das allgemeine Weltenleben, in den Lebensäther; alles unmittelbar.
Cite:
GA 317/1924-06-27/p013 · edition original