{"corpus":"steiner","locus":"GA 317/1924-06-27/p023","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun ist hier zu gleicher Zeit der Punkt, wo die epileptischen Erscheinungen ganz sukzessive übergehen in andere Erscheinungen. Ich habe gestern davon gesprochen, daß Gedanken eigentlich nicht falsch sein können, und jetzt habe ich fortwährend davon gesprochen, von dieser Art und Weise, wie der Mensch sich die Gedanken eingliedert. Solch eine Erscheinung, daß der Astralleib sich staut in der Lunge, beruht darauf, daß der Gedanke der Lunge nicht richtig eingegliedert ist. Also das sind alles Gedankendefekte. Die treten ein, wenn wir nicht imstande sind, beim Heruntersteigen unseren Organismus in der richtigen Weise zu beherrschen, daß wir ihn das zweite Mal aufbauen können. Aber wir bringen auch das Willensmäßige, das auf die einzelnen Organe verteilt ist, aus unserem früheren Erdenleben mit. Wenn nun die Gedanken überhaupt nicht falsch sein können, sondern immer richtig sind, sie nur verzerrt durch unseren Organismus in uns erscheinen, dadurch also auch Organe verzerrt aufbauen können, so ist es beim Willen, wie er aus dem vorirdischen Dasein ins irdische Dasein eintritt, so, daß er kaum richtig sein kann. Er kommt in völliger Unsicherheit an und muß sich im Gedankensystem aufbauen. Beim Gedankensystem ist es so, daß esin der Welt nirgends unrichtig ist, beim Willenssystem ist es so, daß es kaum irgendwie richtig ist, ohne daß der Mensch etwas dazu tut. Der Mensch bringt unter allen Umständen ein unrichtiges Willenssystem in die Welt herein. Und das bewirkt, daß wir niemals in die Welt, indem wir physische Menschen werden, mit Moralität heruntersteigen. Die Moralität müssen wir uns erst nach und nach erwerben. Das, was Moralität war für unsere frühere Inkarnation, das haben wir gebraucht zwischen Tod und neuer Geburt, wo wir beschäftigt waren mit unserem weisheitsvollen Bauen, das haben wir längst verschwitzt; die Moral müssen wir uns immer in jedem einzelnen Erdenleben neu erwerben. Das heißt, jetzt tritt etwas sehr bedeutungsvolles ein: jetzt müssen wir, indem wir aus dem vorirdischen Dasein amoralisch hereinkommen, in unserem Willen Sinn entwickeln; wir kommen mit unserem Willen herein in unsere Organe, wir müssen in unserem Willen Sinn entwickeln für dasjenige, was uns moralisch entgegengebracht wird.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-06-27","location":null,"word_count":342,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/317/1924-06-27/p023","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/317/1924-06-27/p023"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/317/1924-06-27/p023","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}