Dritter Vortrag

GA 317/1924-06-27/p024 ·1924-06-27 · original (original)
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Da ist es außerordentlich wunderbar, wie mit dem Sprechenlernen die moralischen Impulse in das Kind hineinfließen. Deshalb ist es uns von so ungeheurer Bedeutung, zu erkennen, daß das Imitieren bis in die intimsten Dinge hineingeht. Daß das beachtet wird, ist sehr bedeutsam: denn wenn die Erzieher und Eltern in der Umgebung des Kindes unmoralisch sind, unmoralisch reden, so wird nicht die äußere Handlung, sondern der unmoralische Gehalt in der tiefen Innenorganisation des Kindes mit imitiert. Da handelt es sich also darum, daß wir auch mit der Außenwelt in Beziehung treten, aber auf dem Umwege durch den ganzen Organismus, nicht durch einzelne Organe. Und wenn da eine Stauung auftritt, dann tritt diese Stauung auf dadurch, daß wir, während wir vorher nicht mit unseren Gedanken überall herauskommen, hier nicht mit unserem Willen herauskommen. Und das tritt in den moralischen Defekten zutage. Jetzt sehen Sie die inneren Ursachen der moralischen Defekte, wenn im ganzen menschlichen Organismus sich staut dasjenige, was aus dem vorirdischen Dasein hereinkommt und durchstoßen und sich durchfinden soll, wenn es den Durchgang zur moralischen Beurteilung unserer Umwelt finden soll. Wir müssen die Moral unserer Umwelt aufnehmen können. Das können wir unter Umständen nicht, wenn unsere geistig-seelische Organisation sich staut, wenn wir darinnen steckenbleiben - in der physischen Organisation -, wenn wir nicht durchkommen mit unserer geistig-seelischen Organisation.

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