Vierter Vortrag
So werden Sie also überall dazu geführt, überall wo ein solches dem epileptischen oder epileptoiden Irresein Entgegengesetztes vorliegt, darauf zu achten, wie die Ausscheidungen beschaffen sind. Sie werden darauf geführt, insbesondere die Schwitzverhältnisse des Kindes ordentlich ins Auge zu fassen. Sie werden namentlich sorgfältig achtgeben müssen darauf, ob, wenn Sie dem Kinde etwas beibringen wollen, also Vorstellungen hervorrufen wollen, die innere Wundheit gegenüber einer Vorstellung sich auslebt in Schwitzzuständen. Dabei besteht eine gewisse Schwierigkeit. Sie werden unter den gewöhnlichen Verhältnissen glauben, daß, wenn man nun irgend etwas hervorgerufen hat von einem solchen inneren Zustand, dann nachträglich gleich die Schwitzverhältnisse beobachtet werden können. Das kann in gewissen Verhältnissen der Fall sein, braucht aber nicht der Fall zu sein. Denn da tritt das Eigentümliche ein, daß das, was da an innerer Angst oder innerer Zurückhaltung, an Empfindung des inneren Wundseins da ist, nicht so wirkt wie eine äußere Wundempfindung, sondern daß dasjenige, was da entsteht, erst im Menschen verdaut wird und manchmal noch die sonderbarsten Wege im Inneren des Menschen durchmacht und nicht in der allernächsten Zeit, sondern kurioserweise erst nach einiger Zeit, im Laufe der nächsten drei oder dreieinhalb Tage, zum Vorschein kommt. Man hat es bei alledem, was bei der Vergrößerung des Astralleibes und der Ich-Organisation eintritt, mit demjenigen zu tun, was bei der normal eintretenden Vergrößerung des Astralleibes und der Ich-Organisation im Tode eintritt. Wenn es sich um eine Stauung gehandelt hat, da tritt das Entgegengesetzte vom Sterben ein. Im Epileptischen liegt der Versuch vor, das Leben im Organismus zusammenzustauen, nachzuahmen in einem abnormen Verhältnis das Hineinkriechen in den physischen Organismus beim Heruntersteigen. Bei den Zuständen, von denen wir jetzt sprechen, hat man es mit dem Nachahmen dessen zu tun, was im Sterben geschieht: Der Astralleib und das Ich dehnen sich aus mit dem Zerfließen des Lebens nach dem Tode. Mit dem hat man es zu tun.
Cite:
GA 317/1924-06-28/p018 · edition original