Sechster Vortrag

GA 317/1924-07-01/p024 ·1924-07-01 · original (original)
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Nun brauchen Sie sich nur zu vergegenwärtigen, wie Heileurythmie auf einen solchen Jungen wirken kann. Nehmen wir: er macht Rund L. R ist die Drehung, da dreht sich etwas, da ist schon die Beweglichkeit drinnen. Die meisten von Ihnen, die ja beim Eurythmiekurs sitzen, wissen nun aber auch, was das L bedeutet. Denken Sie nur, was die Zunge für Gestaltungskräfte in sich entwickelt beim L. Daher ist L der Buchstabe, der anzeigt das Anschmiegen, das sich Hineinversetzen in etwas. Er braucht das Geschmeidigmachen des Organismus, um sich hineinzuversetzen in etwas. Nun, wenn Sie bedenken, daß bei einem solchen Jungen der Einatmungsprozeß, wie ich es auseinandergesetzt habe, den Ausatmungsprozeß überwiegt, dann werden Sie sich sagen müssen: Wir müssen sehen, daß der Ausatmungsprozeß möglichst mit Teilnahme angeregt wird, das geschieht im M. Das ist der Ausatmungslaut. Wenn man ihn hervorbringt eurythmisch, so kommt in ihm eben das ganze Gliedmaßensystem zu Hilfe. Im N liegt das Zurückleiten ins Intellektuelle. So daß man machen wird RLMN. - Sie sehen aber auch da: überschaut man einen Tatbestand, dann ist die Sache so, daß man weiß, was man zu tun hat. Man muß wissen, welches die Natur des Lautes ist. Man muß in der Eurythmie darinnenstehen, man muß auf der andern Seite aber auch tatsächlich hineinschauen in die körperliche Organisation. Beides sind Dinge, die man lernen kann, die in der gegenwärtigen Pädagogik vollständig fehlen.

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Cite: GA 317/1924-07-01/p024 · edition original