{"corpus":"steiner","locus":"GA 317/1924-07-04/p005","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es ist genau dieselbe Erscheinung, wie wenn jemand blaublind oder rotblind ist, daß er gar keine Empfindung für Blau oder Rot hat und die ganze Welt blaufrei oder rotfrei sieht. So also, wie Sie eine Fläche grün sehen, so sieht der Rotblinde eine blaue Fläche. Sehen Sie eine Fläche grün, so sieht der Blaublinde eine rote Fläche. Es ist interessant für einen Blaublinden, einen Wald zu malen, der hat rote Bäume; wenn man es mit einem Blaublinden zu tun hat, muß man die Bäume rot malen. Und wie es da wenig Sinn hat, bei Farbenblindheit von den Farben zu sprechen, ebensowenig hat es Sinn, von Besitz oder Nichtbesitz in der höheren Welt zu sprechen. So weit betritt ein solcher Junge die physische Welt nicht, daß er imstande wäre, irgendwie für sich eine Vorstellung zu verbinden mit demjenigen, was man redet über Besitzverhältnisse. Für ihn gibt es besonders stark den Begriff des Auffindens, den Begriff: etwas überrascht ihn, etwas interessiert ihn. Da hört aber schon das Begriffsvermögen auf. Jetzt ist einfach sein astralischer Leib nicht bis in die Willensregion vorgedrungen, sondern mehr oder weniger in der intellektuellen Sphäre geblieben, was sich so darbietet, daß die Organe des Willens an der Seite verkümmert sind. Die Folge davon ist, daß er das, was im Intellektuellen gut ist, auf den Willen anwendet. Tritt derselbe Fehler auf im Intellektuellen, so sind die Kinder stumpfsinnig. Tritt derselbe Fehler auf im Willensmäßigen, so sind die Kinder kleptoman.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Curative Education","date":"1924-07-04","location":null,"word_count":240,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/317/1924-07-04/p005","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/317/1924-07-04/p005"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/317/1924-07-04/p005","paragraph_aligned":true}]}