{"corpus":"steiner","locus":"GA 317/1924-07-04/p017","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun handelt es sich darum, gerade dasjenige in Ordnung zu bringen, was vom Verdauungssystem aus ins Gehirn wirkt. Nun können Sie sich denken, daß Muttermilch nicht unter allen Umständen auf ein solches Kind so wirken kann, wie sie auf ein anderes Kind wirkt. Die Muttermilch ist dazu bereitet, daß sie vom Verdauungssystem aus sich in normaler Weise umsetzt bis ins Sinnes-Nervensystem hinein. Daher wurde Anfang März die Muttermilch bei diesem Kinde weggelassen. Das Kind wurde anders ernährt. Dem Kinde wurden Nektariensäfte gegeben, der Inhalt von Nektargefäßen, die man in der Blütenregion von gewissen Pflanzen findet. Dadurch wird insbesondere das Ich in der Willensregion gestärkt. Man appelliert, indem man so etwas gibt, was dynamisch-parasitär aus der Blütenregion sich entwickelt, an die innere Individualität des Kindes, um diese herauszubringen und diese zur Tätigkeit zu bringen. Das ist sogar in einer gewissen Weise gelungen, nur muß man sich, wenn man mit so etwas zu tun hat, ganz einrichten auf die richtige Gelegenheit. Es kann überall Rückschläge geben, die derjenige, der laienhaft eine solche Sache beurteilt, verkennt. Es wird weiter verzeichnet: Seit einigen Tagen bekommt das Kind Nektar, darauf wurde der Stuhl weicher, dann kam es zum Durchfall, nach Absetzen der Nektarsäfte hörte der Durchfall auf und es tritt in der Nacht vom 11./12. Juni ein Zustand ein, wie eine Krisis, das Kind schreit, wimmert und uriniert viel, preßt bei jeder Ausatmung, es sind Krämpfe am linken Bein, Spannungen am linken Arm, die Fontanellen sind ganz prall gespannt, die Reflexe gesteigert. Nach heißen Kompressen und Mohnpackungen schläft das Kind ein und ist das Befinden am nächsten Tage gut. Appetit und Stuhlgang sind in Ordnung. Daß solche Krisen eintreten, das ist gar nicht zu vermeiden, wenn man nicht die Gesundung vermeiden will. Es muß sich einmal dasjenige, was man vornehmen muß im Organismus, das muß sich einmal entladen. Da ist es dann natürlich notwendig, daß momentan so eingegriffen wird, wie Frau Dr. Wegman es getan hat. Nach heißen Kompressen und Mohnpackungen wird die Krisis auslaufen in der entsprechenden Weise. Da kann man einen andern Rat nicht geben als: es ist notwendig, sich nicht verblüffen zu lassen. Es ist in einem solchen Falle vom momentanen Eingreifen unter Umständen alles abhängig. Ich selber habe dabei die kleine Erfahrung gemacht: ich habe von anderer Seite gehört, daß es dem Kinde schlecht gehen sollte. Frau Dr. Wegman sprach nichts darüber. Ich war daher beruhigt, daß die Sache so abläuft, wie sie ablaufen muß. Das ist dasjenige, was als eine Grundstimmung durch die ganze Sache hindurchgehen muß. Man kann sich anhören, wenn jemand, der die Sache nicht überblicken kann, an der Sache etwas Besonderes findet. Aber in solchen Fällen, wo alles eintreten kann, muß man sich klar sein darüber, daß man seine Pflicht tut, und damit, daß die Pflicht getan wird, ist alles so, wie es sein soll.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Curative Education","date":"1924-07-04","location":null,"word_count":468,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/317/1924-07-04/p017","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/317/1924-07-04/p017"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/317/1924-07-04/p017","paragraph_aligned":true}]}