Curative Education

GA 317/1924-07-04/p027 ·1924-07-04 · original (original)

In bezug auf das Psychische wird es sich bei einem solchen Kinde durchaus darum handeln, daß man die Eigenheit, die es hat, so aufgeregt zu sein — sie ist immer aufgeregt, ich glaube nicht einmal, daß das, was sie hier an Umgebung gehabt hat, besonders auf sie gewirkt hat -, daß man das bricht, wie Sie überhaupt die wohltätige Wirkung des Brechens von gewissen Charaktereigenschaften ins Auge fassen müssen. Und so wird man bei einem solchen Kind außerordentlich viel erreichen, wenn man es, und sei es selbst durch Anwendung von mechanischen Mitteln, zur Ruhe bringt bei dem, was es sich anhört und wo es sonst leicht aufgeregt wird. Also man beobachte, wodurch das Kind, wenn man ihm etwas erzählt, besonders aufgeregt wird, und dann zwingt man es dazu, nicht aufgeregt zu werden, sondern an sich zu halten, innerlich etwas steif zu werden und an sich zu halten, und dann wird man bemerken, daß nach einiger Zeit eine Art von Brechen dieser Charaktereigenschaft eintritt. Das Kind wird beim Erzählen statt eines aufgeregten einen müden Charakter zeigen. Dann läßt man die Müdigkeit einige Zeit, acht bis vierzehn Tage wirken, und dann läßt man das Kind eine Zeitlang laufen, indem man es wie ein normales Kind behandelt. Dann wird wieder etwas zurückkommen vom Aufgeregtsein, und dann muß man es wieder behandeln. Man muß mit Pausen die Kur machen, weil, wenn man die Sachen fortsetzt, eine Reaktion kommt. Denn die leise Depressionserscheinung, die Müdigkeit, wenn man die zu weit treibt, geht sie über in körperliche Depressionszustände und man verdirbt das Kind eher.

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