Curative Education

GA 317/1924-07-04/p030 ·1924-07-04 · original (original)

Aber nun wird man gewöhnlich einfach hinzufügen: Geistselbst, das hat der Mensch noch nicht entwickelt, das geht uns noch nichts an, das lesen wir zwar in den Büchern, aber der Mensch kommt ja im gegenwärtigen Zeitalter nur bis zur Ich-Organisation; daher braucht man sich um das Geistselbst nicht zu kümmern. Ja, meine lieben Freunde, aber so ist es nicht. Die Menschen kommen schon bis zur Ich-Organisation, aber nicht alle Wesen, mit denen wir es zu tun haben, kommen nur bis zum Ich. Wir haben es durchaus - und gerade, wenn wir es mit aufwachsenden Kindern zu tun haben - zu tun mit Wesen, die bis zum Geistselbst kommen, die voraus sind der Entwickelung des Menschen. Wenn man so etwas ausbilden will, wie die Waldorfschul-Pädagogik, und diese aber lebendig wirken soll, dann muß man nicht bloß an die Menschen appellieren, die man dort anstellt, sondern auch an geistige Wesenheiten, die mehr entwickelt haben als die Menschen, die bis zum Geistselbst eine deutliche Entwickelung zeigen. Mit einer bestimmten Art solcher Wesenheiten haben wir es gerade beim heranwachsenden Kinde besonders zu tun: Mit den Wesen, die man als Sprachgenien bezeichnet. Wenn man es den Menschen überlassen würde, die Sprache zu übertragen auf die nächste Generation, dann würden die Menschen alle verkümmern. In der Sprache lebt etwas so Wesenhaftes wie im Menschen selber. Was mit der Sprache an den Menschen herankommt, darinnen leben Wesen, die durchaus in ihrem gewöhnlichen Leben das Geistselbst so ausgeprägt haben, wie der Mensch die Ich-Organisation. Diese Wesen inspirieren uns; diese Wesen leben in uns, dadurch daß wir sprechen.

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