Curative Education
Wenn wir in die Schule hineinkommen und Gebärden machen, ja wenn diese Gebärden adäquate Ausdrücke sind desjenigen, was wir seelisch erleben, wirken sie ungeheuer auf das Kind. Aber sie bezeugen auch, daß man mit den geistigen Wesenheiten in Verbindung steht, die das Geistselbst in sich tragen. Man braucht wirklich nicht irgendwelche äußere Agitation zu treiben, selbstverständlich nicht, diese Dinge müssen objektiv wirken, wie die Krise bei dem kleinen Kinde hingenommen werden muß. Aber wenn ganze Volksgemeinschaften sich angewöhnen, die Hände in die Hosentaschen zu stecken, damit sie keine Gebärden machen, bedeutet das geradezu: man will von den Göttern verlassen sein, von den Göttern, welche die allernächsten sind dem Geistmenschen. Man will nichts wissen von denjenigen Wesenheiten, die das Geistselbst ausgebildet haben, wie der Mensch die Ich-Organisation. Und dann wird zunächst die Sprache verschlampt. Das ist die große Gefahr der westlichen Kultur, daß die Sprache nicht zu dem gemacht wird, was sie sein soll, sondern daß sie sich verschlampt.
Cite:
GA 317/1924-07-04/p033 · edition original