{"corpus":"steiner","locus":"GA 318/1924-09-08/p020","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Gerade dadurch aber, daß ein solches Zusammenarbeiten stattfindet, gerade dadurch wird sich für die Kultur ein Allerwichtigstes ergeben, das ergeben, daß durch diesen herbeigeführten wechselseitigen Verkehr erst das wahre Verständnis des Arztes für den Priester, des Priesters für den Arzt entsteht, so daß der Priester so viel weiß vom Arzten, als ihm nötig ist, der Arzt so viel weiß vom Beruf und der Mission des Priesters, als ihm wieder nötig ist. Es wird sich dann später ergeben, inwieweit wiederum beide, Arzt und Priester, im Zusammenwirken mit dem Pädagogen etwas Heilsames für die Menschheit wirken können. Aber das wird wieder eine besondere Aufgabe sein. Auch da wird es ein Zusammenwirken geben, gerade da in der mannigfaltigsten Weise, weil ja in der Tat Pädagogik wieder etwas ist, was von einem anderen Gesichtspunkte aus zu betrachten ist. Der Priester kann nicht Arzt, der Arzt nicht Priester werden, insoferne sie Arzt oder Priester sind. Beide aber können in einem gewissen Sinne Pädagogen sein, aber man muß alle Arten dieses Zusammenwirkens in ganz konkreter Weise auffassen. Deshalb möchte ich Sie unter den Wahrheiten, die die Pastoralmedizin überliefern soll, zunächst für heute bitten, auch diese zu zählen, die in der Warnung vor dem chaotischen Ineinanderwerfen liegt, in dem Daraufbestehen, daß alles aus wirklichen sachlichen und fachlichen Grundlagen herausgearbeitet werde. Der Priester wird dem wirklichen Arzt dann ein wirklicher Helfer sein, wenn er dahin wirkt, daß der ärztliche Dilettantismus zurückgewiesen werde. Das wird mit zu seinen Aufgaben gehören. Und der Arzt wird manches tun können, gerade am Krankenbett, um die Priesterwirkung da zur rechten Geltung zu bringen, wo sie oftmals in der allerrealsten Weise in das Leben einzugreifen hat: am Krankenbert.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-09-08","location":null,"word_count":274,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/318/1924-09-08/p020","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/318/1924-09-08/p020"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/318/1924-09-08/p020"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}