Zweiter Vortrag
Fernerhin ist dieser physische Mensch ein Abbild desjenigen, was in der Atmungs-Blutzirkulation ist. Die ganze Dynamik, die in der Blutzirkulation und Atmungszirkulation wirkend webt, die ist aber musikalisch orientiert, die kann man nur verstehen, wenn man sie in musikalischen Formen denkt. Man kann sie nur verstehen, wenn man zum Beispiel so denkt, daß man, sagen wir im Knochensystem sieht dasjenige, in das hineingeflossen sind die Bildekräfte, die dann im feineren in der Atmung und in der Zirkulation tätig sind, aber nach musikalischen Gestaltungskräften. Wir können geradezu wahrnehmen, wie die Oktave ausgeht rückwärts von den Schulterblättern und den Knochen entlang geht, und daß die Arme in ihrer Knochenformation nicht verstanden werden können aus einer mechanischen Dynamik heraus, sondern wenn man ihnen ein musikalisches Verständnis entgegenbringt. Da finden wir die Prim von den Schulterblättern bis zum Ansatz der Oberarmknochen, wir finden die Sekund im Oberarmknochen, die Terz vom Ellenbogen bis zum Handgelenk. Wir finden da zwei Knochen, weil es zwei Terzen gibt, eine große und eine kleine und so weiter. Kurz, wenn wir dasjenige, was in der Atmung und Blutzirkulation beherrscht ist vom astralischen Leib, im Abdruck im physischen Leibe wieder suchen, müssen wir musikalisches Verständnis entgegenbringen.
Cite:
GA 318/1924-09-09/p006 · edition original