Zweiter Vortrag
Das, was dann auftritt, was ich von einem gewissen Gesichtspunkte beschrieben habe, das wird reicher, es wird innerlich gegliedert; der Mensch sieht viel mehr von seinem Inneren: die zweite Wohnung Gottes. Wenn das dritte Stadium eintritt, ist die innere Schau von einer außerordentlichen Schönheit, und solche Menschen sagen sich: Ich sehe die dritte Wohnung Gottes mit ungeheuren Herrlichkeiten, mit den darin wandelnden geistigen Wesenheiten. — Es ist Innenschau, aber es ist eine mächtige, grandiose Anschauung einer geistwebenden Welt. Die dritte Wohnung Gottes oder das Haus Gottes. Das ist in der Sprache verschieden. Kommen sie bei dem vierten Stadium an, dann wollen sie nicht mehr aufnehmen irgendwelche Ratschläge in bezug auf aktive Meditation, sondern sie bekommen gewöhnlich die Ansicht, alles muß ihnen durch Gnade selber gegeben werden. Sie müssen warten. Sie sprechen vom passiven Gebet, von der passiven Meditation, die man nicht unternehmen darf, die eintreten muß, wenn sie einem Gott geben will. Da muß der Priester einen feinen Spürsinn dafür haben, wenn das eine Stadium in das andere übergeht. Dann reden diese Menschen von dem «Ruhegebet», wobei der Mensch gar nichts mehr tut, wobei er Gott in sich walten läßt. So erlebt er es in der vierten Wohnung Gottes.
Cite:
GA 318/1924-09-09/p020 · edition original