Dritter Vortrag

GA 318/1924-09-10/p007 ·1924-09-10 · original (original)
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Dann steigern sie sich dazu, daß sie den Schmerz innerlich verwandeln. Das ist das ganz besonders interessante Stadium: es wird der Schmerz, indem er genau in der Tatsache so bleibt, wie er ist, zum Lustgefühl, bis zum Wonnegefühl gesteigert. Das Erlebnis geht also so, daß der Schmerz eintritt, der objektive Bestand derselbe bleibt, aber jetzt geht es im Geistigen weiter. Würde man die Person gleich wieder herausversetzen aus dem Geistigen, würde sie den Schmerz so spüren wie ein Kranker das tut; sie tut das auch, wenn sie wieder zurückkommt aus dem Höchststadium des Erlebnisses. Aber in dem Höchststadium des Erlebnisses, wo sie nicht mehr das Gefühl hat: die geistige Wesenheit kommt zu ihr, sondern sie hat sich erhoben in die geistige Welt, in diesem Stadium verwandelt sich - man würde sagen: subjektiv, aber die Ausdrücke stimmen nicht ganz — der Schmerz bis ins Wonnegefühl hinein. Und dann tritt die Verobjektivierung, die symbolische Verobjektivierung des Schmerzes ein. So daß eine solche Persönlichkeit dann, wenn sie wieder zurückkommt aus dem Erlebnis und die Erinnerung hat — und gerade bei diesem Höchsterlebnis ist zumeist eine deutliche Erinnerung vorhanden; es ist nicht eine Erinnerungslosigkeit, sondern zumeist eine sehr deutliche Erinnerung vorhanden -, so daß eine solche Persönlichkeit schildert: Ein Seraphim oder ein Cherubim stand an der Seite von ihr, hatte ein Schwert, das stieß er ihr in die Eingeweide, das verursachte einen furchtbaren Schmerz; und indem er es herauszog, zog er die Eingeweide mit heraus, und gerade nachdem das eingetreten wäre, dieses Herausziehen der Eingeweide, wäre das höchst wonnevolle Erleben in der Gegenwart des Gottes erfolgt.

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Cite: GA 318/1924-09-10/p007 · edition original