Dritter Vortrag

GA 318/1924-09-10/p009 ·1924-09-10 · original (original)
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Nun gehen wir zum zweiten Stadium. Das wird dadurch interessant, daß die betreffende Persönlichkeit zuerst allerlei Berührungsvorstellungen hat, die sehr leicht natürlich von der gewöhnlichen Pathologie verwechselt werden können mit dem, was man da auch in der Psychiatrie kennt, aber doch nicht dasselbe sind. Dann steigern sie sich zu wirklichen Visionen. Es ist das dasjenige Stadium, wo nun Ich-Organisation und astralische Organisation auch noch den Ätherleib nehmen, so daß ein Parallelerlebnis so ist, daß Ich-Organiisation, astralische Organisation und Ätherleib etwas herausgehoben aus dem physischen Leib miteinander erleben, und parallel gehend der physische Leib seine Prozesse abspielen hat. Dadurch tritt etwas Besonderes ein. Wenn wir mit den Augen schauen im gewöhnlichen Leben, ist der Vorgang so, daß wir von außen, vom Licht gereizt werden, daß wir den Reiz weiter aufnehmen nach innen. Er geht dann bis zum ätherischen Leib, der Reiz, und vom ätherischen Leib aus schafft er das Bewußtseinserlebnis. So ist es zum Beispiel beim Auge auch. Wenn Sie sehen, wird der erste Reiz ausgeübt, der äußere Reiz, der zunächst im Ich erregt wird, in den astralischen Leib eindringt, bis zum Ätherleib dringt, und der Ätherleib ist es dann, der das ganze Bewußtseinserlebnis dem Menschen mitteilt, indem er gewissermaßen nach allen Seiten stößt an die physische Organisation. In diesem Stoßen liegt das Bewußtseinserlebnis. Das ist der genaue Vorgang. Der Vorgang beim Auge, schematisch dargestellt, würde etwa dieser sein (siehe Zeichnung): der Reiz wird ausgeübt, wirkt zunächst im Ich, geht über in den astralischen Leib, in den Ätherleib, das, was im Ätherleib wirkt, stößt nach allen Seiten in das Physische hinein, das Physische stößt zurück, und der Rückstoß vom Physischen ist das eigentliche Augenerlebnis. Es ist ein fortwährendes Spiel zwischen dem Ätherleib und der Aderhaut, der Netzhaut. Dasjenige, was der Ätherleib in der Aderhaut und in der Netzhaut tut, ist dasjenige, was im gewöhnlichen Bewußtsein als Augenerlebnis eben erscheint. Ähnlich ist es bei jedem Sinneswahrnehmen. Für den, der die Dinge durchschaut, ist jede Schilderung, die in den heutigen Psychologien steht oder gar in den Erkenntnistheorien, eine furchtbare Kinderei.

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Cite: GA 318/1924-09-10/p009 · edition original