Vierter Vortrag
Sehen Sie, in diesem Lebensalter haben wir also eine ganz besondere Art von Gesetzmäßigkeit in alledem, was im Kinde wirkt, in all der Ungeschicklichkeit, in all der Unorientiertheit, mit denen das Kind seelisch tätig ist, mit denen das Kind sich bewegt, die davon herrühren, daß ein fortwährendes Anpassen stattfinden muß an die physische Welt, da noch halb unbewußt traumhaft um das Kind herum diejenige Welt ist, in der das Kind eigentlich noch darinnensteckt, die geistige Welt. Man wird einmal, wenn die Medizin ihre richtige Spiritualität erlangt haben wird, in diesem Einander-Suchen der geistigen und physischen Welt in den ersten sieben Lebensjahren, die wahren tieferen Ursachen der Kinderkrankheiten sehen, und wir werden manche Aufklärung über dasjenige erhalten, was gerade heute eigentlich, wenn man es nachprüft in den medizinischen Werken, nur Verbalerklärungen hat. Es sind nur Verbalerklärungen, formale Erklärungen, die aber in keine Realität eigentlich hineinführen.
Cite:
GA 318/1924-09-11/p009 · edition original