{"corpus":"steiner","locus":"GA 318/1924-09-11/p021","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Denn was geschieht jetzt mit ihm, wenn ihn die Welt verläßt mit Bezug auf die Formkräfte, die er sich bildet? Was geschieht jetzt? Es geschieht folgendes in dem eigentümlichen Augenblick, wo mit dem achtundzwanzigsten Jahr der Mensch anfängt deutlich zu zeigen, die alten Wachstumskräfte sind nun gänzlich verfallen. Manche Menschen fangen schon da an einzugehen; manche erhalten sich noch weiter die fortschwimmenden Wachstumskräfte. Aber selbst Goethe wurde schon kleiner, wenn er sich maß im genaueren, als er begann, den zweiten Teil seines «Faust» wieder fortzusetzen. Damals wurde er aber gemessen. Aber er wurde schon früher zusammenfallend. Sehen Sie, von diesem Momente ab, wo uns die Welt verläßt, müssen wir aus den Kräften, die wir bis dahin aufgenommen haben, unsere eigene Erneuerung besorgen. Da können wir allerdings, weil die zu erneuernden Teile immer weniger und weniger werden, nicht in demselben grandiosen Maßstabe arbeiten an unserer neuen Verleiblichung, wie das Kind arbeitet bis auf die Zähne hin, wenn es nach dem Modell seinen ersten eigenen Leib sich bildet. Aber wir haben sehr viele Kräfte in uns angesammelt von Sonne und Mond und Sternen, die wir brauchen, die wir in uns tragen, da wir vom achtundzwanzigsten Jahre an beginnen, die Erneuerung unseres physischen materiellen Leibes zu besorgen. Da werden wir in bezug auf die Menschenwesenheit in ihrer Form der auf der Erde auf sich gestellte Mensch. Damit aber hat der Mensch, der auf der Erde ganz auf sich gestellte Mensch, indem er zueilt diesem Zeitpunkt und wiederum über ihn hinausschreitet, damit hat der Mensch in der Zeit einen Punkt, den er anstrebt, über den er hinauswächst, auf den ich Sie schon gestern von einem ganz anderen Aspekt aus aufmerksam machte (Tafel 5, Mitte). Der Mensch strebt, wenn ich das so zeichnen darf, von seiner Kindheit an, wo er aufnimmt viele Weltenkräfte, immer mehr und mehr einem solchen Punkte zu, der am Ende der Zwanzigerjahre liegt, wo er aufhört, aus Weltenkräften sein Wachstum zu besorgen. Was er weiter tut von da ab, das besorgt er aus den Kräften seines eigenen Leibes. Hier ist in der Mitte ein Punkt, wo der Mensch aufhört, kosmische Kräfte in sich zu verarbeiten, wo er anfängt, aus seinem eigenen Leibe heraus sich die Kräfte zu erarbeiten. Nur scheidet sich das im wirklichen Leben nicht so stark wie hier in der schematischen Darstellung.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-09-11","location":null,"word_count":383,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/318/1924-09-11/p021","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/318/1924-09-11/p021"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/318/1924-09-11/p021","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}