{"corpus":"steiner","locus":"GA 318/1924-09-12/p008","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es kommt also dann, wenn der astralische Leib die Ich-Organisation so hereinzieht, eine Art von Kraft zustande, die wie automatisch im Gedächtnis aufgefaßte Details gern wiedergibt, immer bereit ist, sie wiederzugeben, aber absieht davon, irgendeinen logischen Zusammenhang zu suchen, sondern sie hintereinander aufzählt die Dinge, so daß man nicht recht einsieht, weshalb der Betreffende gerade in dem einen Moment auf das eine, in dem anderen Moment auf das andere verfällt. Es kann vorkommen, daß der Betreffende erzählt: Die Bäuerin ist hinausgegangen und hat die Milch geholt; während sie hinausging, da schaute ich in die Ecke des Zimmers, da war ein Madonnenbild, das war dasselbe wie das, das ich vor dreißig Jahren in einem Orte gesehen habe; da habe ich aber nicht einen Kaffee gekriegt, sondern eine sehr gute Suppe. — Es kann sein, daß er von der anderen Erzählung ganz abkommt, es kann sein, daß er wieder darauf zurückkommt. Also man sieht, es ist ein nicht logisch, aber räumlich-zeitlich mit außerordentlicher Treue und automatenhafter Sehnsucht, sich zu offenbaren, wirkendes Gedächtnis. Ein solches Gedächtnis hat er, ein Gedächtnis, bei dem man, wenn man noch näher darauf eingeht, etwas sehr Merkwürdiges erblickt: man erblickt nämlich dasjenige, worauf in noch tieferem Sinne die Sache beruht. Man merkt, er hat eine gewisse Freude an gewissen Wortklängen, die er sich angeeignet hat, als er die Dinge erlebt hat. Und nun merkt man, er hat eine Freude, diese Wortklänge wieder hervorzubringen. Kurz, man merkt, es handelt sich dabei um ein Zurückgehen auf die Sprache, die gedächtnismäßig festgehalten wird mit Ausschaltung der Gedanken — nicht mit völliger Ausschaltung der Gedanken, aber doch mit Ausschaltung der Gedanken.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-09-12","location":null,"word_count":269,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/318/1924-09-12/p008","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/318/1924-09-12/p008"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/318/1924-09-12/p008","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}