Fünfter Vortrag

GA 318/1924-09-12/p009 ·1924-09-12 · original (original)
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Auf der anderen Seite merkt man auch eine Veränderung der Willenssphäre. Die muß man ebenso beachten, denn dadurch wandert man allmählich ab in richtige pathologische Zustände, die dann auch auftreten können und von denen wir dann zu sprechen haben. Man merkt das Folgende. Man muß wieder achtgeben; denn irgendwie heranzutreten an solche Menschen, sie zu veranlassen, daß sie einem folgen sollen, daß sie das oder jenes tun sollen, damit man an ihnen etwas sieht, das hilft nicht viel, denn sie werden sehr stark bockig, wollen sich nicht irgendwie fügen, nicht Antwort geben auf Fragen, die man an sie stellt, wollen auch nicht irgend etwas ausführen. Aber wenn man mit Hilfe irgendeiner Art von außen herangeholter Anamnese herangeht, so daß man die Dinge zusammenträgt, die man aus der Umgebung oder sonstwie erfahren kann, dann merkt man, wie solche Menschen zum Beispiel zu einer bestimmten Zeit des Jahres Willensanregungen in sich empfangen, daß sie wandern müssen, daß sie eine Gegend durchstreifen müssen. Oftmals ist es dieselbe Gegend im Jahr, die sie durchstreifen wollen, und der innere Willensimpuls wirkt da so stark, daß man, wenn man nun negative Instanzen anwendet, um dahinter zu kommen, wie es mit ihnen ist, zum Beispiel das Folgende merken kann. Man nehme einen Gourmand; es gibt auch solche unter den Leuten, die große Freude am Essen haben. Man fasse ihn ab während seiner Wanderung und setze ihm ganz außerordentlich gute Mahlzeiten, an denen er seine Riesenfreude hat, vor. Man kann es aber höchstens dahin bringen, daß er am ersten, zweiten Tag dableibt, wenn das abliegt von dem, was er gewollt hat, auf seiner Wanderung zu erreichen. Er wird unruhig. Man kann sehen, er möchte die gute Kost haben, da er weiß, wenn er weitergeht, wenn er den nächsten besucht auf seiner Wanderung, der gibt ihm etwas Schauderhaftes, das weiß er ganz gut. Sein Erinnerungsvermögen ist großartig ausgebildet. Er wird unruhig, er will weg, denn er paßt sich nicht an mit seinen Willensentschlüssen an unmittelbar äußerliche Veranlassungen. So wie er sich auf der einen Seite nicht anpaßt den unmittelbaren Sinneseindrücken, sondern aus dem Sprachschatz heraus alles mögliche reproduziert, so paßt er sich auf der anderen Seite nicht an der Eingliederung seines Willens-Gliedmaßensystems in das äußere Verhältnis des Lebens hinein. Er will nur dem eigenen Willensimpetus folgen, der ihn in einer ganz bestimmten Weise von innen leitet. Man sieht, er hat alles das verloren, und es ist nur in geringem Maße vorhanden das, was von der Ich-Organisation abhängt, um den Menschen mit der Außenwelt zu verbinden. Seine Sinne werden stumpf, sein Willensimpuls läßt ihn nicht sich recht hineinstellen in die Welt. Er will ihm folgen, was eben die Folge davon ist, daß das Ich in den astralischen Leib hinuntergezogen wird.

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Cite: GA 318/1924-09-12/p009 · edition original