Zehnter Vortrag
Nun betrachten wir aber von diesem kosmischen Standpunkte aus, was zwischen dem menschlichen Atmen, also zwischen dem Weben und Wesen des Ich und dem Geschehen eines platonischen Weltenjahres, also dem Leben und Treiben draußen im Makrokosmos, was da dazwischen liegt. Sehen Sie, mit dem, was in unserem Atmungsorganismus wirken will, ist es so, daß mit der vierundzwanzigstündigen Atmung des Tages, mit dem, was da drinnen liegt zwischen diesem Atmen und dem, was wir in dieser Atmung als einen ganzen Atmungsrhythmus haben, wir jedesmal begegnen jenem Rhythmus, der als Tag- und Nachtrhythmus da ist und zusammenhängt mit dem Sonnenwesen, wie es im Verhältnis zum Erdenwesen steht. Im täglichen Aufund Untergehen der Sonne, im Hingehen der Sonne über das Himmelsgewölbe, im Verdunkeln der Sonne durch die Erde, in diesem täglichen Herumgehen der Sonne liegt dasjenige, dem wir begegnen mit unserem Atmungsrhythmus.
Cite:
GA 318/1924-09-17/p014 · edition original