{"corpus":"steiner","locus":"GA 318/1924-09-18/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So stellte man in recht strengem Sinne vor in den alten Mysterien das Hineinkommen des Menschen aus geistigen Welten in das Physisch-Sinnliche. Aber man hatte überall das Bewußtsein, daß der Mensch sich nicht so mit seinem physischen Leib verbindet, von vorneherein sich nicht so mit seinem physischen Leib verbindet, wie es eigentlich ganz ursprünglich — wenn ich mich des Ausdruckes bedienen darf — vorgesehen war von den geistigen Mächten, die jenen Teil der Welt lenken, dem die Menschheit angehört. Man hat namentlich demjenigen Teil der Kräfte im Menschen, die durch die Vererbung hineinkommen, immer zugeschrieben, daß sie durch eine Anomalie der gesamten Entwickelung in einem gewissen Sinne überwältigen die Kräfte, die sich der Mensch durch seine Individualität aus vorigen Erdenleben mitbringt. Man hat keine rechte Harmonie gesehen darin, man hat gerade gesagt: Würde ein vollständiges Zusammenklingen des Geistig-Seelischen mit dem Physisch-Leiblichen im Erdenmenschen vorhanden sein, dann würde erstens der Tod nicht die Gestalt haben, die er hat, zweitens aber auch nicht in einem solchen Sinne Krankheit eintreten, wie sie eintritt. Krankheit und Tod betrachtete man als diejenigen Symptome, welche zeigen, daß der Mensch allerdings mehr mit der physischen Erdenwelt zu tun hat, als ursprünglich ihm vorgezeichnet war. Das ist, wenn sie auch heute nicht mehr voll verstanden werden kann, doch eine außerordentlich tiefe Idee, in der viel, viel Wahrheit steckt. Denn es ist wirklich so, daß in dem Moment, wo der Mensch nur ein wenig zu einer höheren Bewußtseinsstufe kommt, er sogleich merkt: der Tod zum Beispiel hat eine ganz andere Gestalt. Er nimmt sich mehr als eine Metamorphose aus denn als das Ende einer Lebensphase und so weiter.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-09-18","location":null,"word_count":269,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/318/1924-09-18/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/318/1924-09-18/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/318/1924-09-18/p006"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}