Zweiter Vortrag
Ich kann mir sehr gut denken - und ich kenne alle die Untergründe, aus denen so etwas hervorgeht --, daß sich in Ihnen wirklich Widerspruch über Widerspruch gegen dasjenige, was ich zu sagen haben werde, geltend macht. Ich verstehe diese Widersprüche vollständig. Und eigentlich kann es heute noch nicht anders sein, als daß aus der wissenschaftlichen Überzeugung, die der Arzt hat, eben solche Widersprüche kommen. Deshalb war es uns auch nicht zunächst darum zu tun, irgend etwas theoretisch zu vertreten, sondern sogleich mit der Praxis aufzutreten. Und so wurde denn dem Wunsche von Ärzten und auch anderen wissenschaftlichen Physikern, Chemikern, Biologen dadurch Rechnung getragen, daß wir wissenschaftliche Institute gründeten, wissenschaftliche Forschungsinstitute. Dasjenige, was vor allen Dingen in Betracht kommt, ist das chemisch-pharmazeutische Laboratorium in Arlesheim. Und damit stehen dann in Verbindung innerhalb unserer Bewegung ein biologisches, ein physikalisches Institut. Daß es uns wirklich um ernste Forschung zu tun ist, das wird Ihnen vielleicht daraus hervorgehen, daß zum Beispiel gerade in unserem biologischen Institute schon ganz wichtige Arbeiten gemacht worden sind, obwohl der Bestand dieser Institute ja eigentlich nur ein sehr kurzer ist.
Cite:
GA 319/1923-09-02/p005 · edition original