{"corpus":"steiner","locus":"GA 319/1923-09-02/p039","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ahmen wir nun den Prozeß nach, der sich in Cichorium intybus vollzieht. Es gibt Laienärzte, die verwenden Cichorium intybus nun direkt, wenn Verdauungsstörungen vorliegen. Aber trotzdem durchaus Erfolge erzielt werden können, die nicht in Abrede gestellt werden sollen, werden sie sehr selten dauernde sein, da ja der Prozeß, der sich in Cichorium intybus vollzieht, gebunden ist an die Labilität der Pflanze selber und, indem er in den menschlichen Organismus hereingeführt wird, einer solchen Veränderung unterliegt, daß er nicht mehr derselbe bleibt. Aber er ist so verwandt dem menschlichen Prozeß, daß, wenn wir ihn laboratoriumsmäßig verarbeiten, namentlich Kieselsäure verarbeiten, wir also ein Präparat machen, das Kieselsäure enthält, alkalische Salze enthält, und zwar so, daß dann in einer gewissen Weise, nicht eigentlich chemisch, sondern nur durch Pulverisierung aneinander gebunden und mit harzigen Bindemitteln ausgestattet, eine lose Verbindung da ist zwischen Kieselsäure und alkalischen Salzen, mehr ein feines, natürliches, möchte ich sagen, Aneinanderkleben vorhanden ist. Und wenn wir dann das durch den Verdauungskanal einführen, führen wir nun so tatsächlich nicht dieselben Substanzen, aber denselben Prozeß in den menschlichen Organismus ein, der sich beim Galleabsondern vollzieht, insofern das Galleabsondern mit dem Nerven-Sinnessystem in seinem Funktionieren seine Verwandtschaft hat. Es handelt sich also darum, in dem, was man im Laboratorium macht, dasjenige wirksam, ich möchte sagen, dauernd nachzuahmen, was die Pflanze selber ausführt, bei der man zum Beispiel in ihrem Pflanzenbildungsprozeß erkennen kann: dieser Prozeß ist in irgendeiner Weise polarisch oder gleichlaufend verwandt mit irgendeinem Prozeß im menschlichen Organismus, so daß sich auf diese Weise eben ergibt ein wirkliches Ineinanderarbeiten von Pathologie und Therapie. Man sieht es dem Organ an, was unregelmäßig ist im Zusammenwirken der drei Prozesse.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1923-09-02","location":null,"word_count":273,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/319/1923-09-02/p039","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/319/1923-09-02/p039"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/319/1923-09-02/p039","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}